Rheinberg: Auch Mennicken will den Eisbären retten

Rheinberg: Auch Mennicken will den Eisbären retten

Ganz schön warm war es gestern für einen Eisbären. Und ganz schön warm für den Greenpeace-Aktivisten Andreas Sieber aus Hamburg, der seit Mitte Juni und noch bis Ende August im dicken weißen Fell als Eisbär verkleidet kreuz und quer durch Deutschland reist und auf das Anliegen der Umweltschutzorganisation aufmerksam macht. Greenpeace will verhindern, dass der Shell-Konzern in der Arktis nach Öl bohrt und eine mögliche Umweltkatastrophe billigend in Kauf nimmt.

Gestern kam Eisbär "Isbjörn Beaufort" nach Rheinberg, stattete Bürgermeister Hans-Theo Mennicken einen Besuch am Stadthaus ab und freute sich über die Unterschrift des Stadtoberhaupts. Mennicken dokumentiert damit wie 1,2 Millionen andere Unterzeichner weltweit (darunter auch Paul McCartney oder Penelope Cruz) auch, dass er gegen Ölbohrungen und für die Rettung der Eisbären ist.

Rheinberg und der Klimaschutz

"Herzlich willkommen in Rheinberg", begrüßte Mennicken den Aktions-Bären und wies darauf hin, dass Rheinberg in Sachen Klimaschutz "gut aufgestellt" sei, was nicht zuletzt Jens Harnack, Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit zu verdanken sei. Der wiederum hat derzeit einen Praktikanten: Alexander Oslislo aus Wesel gehört zur Greenpeace-Gruppe Niederrhein und hat den Kontakt nach Rheinberg hergestellt.

Aktion läuft in 40 Ländern

  • Schüler aus dem Kreis Wesel in Rheinberg : Sieger der Mathe-Olympiade geehrt

Andreas Sieber hat schon im Leipzig, Freiburg, Hamburg, Lübbeck und Lüneburg im Eisbärkostüm geschwitzt und sein Anliegen formuliert. Aus Wesel kam er nach Rheinberg, die nächste Station war Oberhausen. Die Save-the-Arctic-Kampagne von Greenpeace laufe in rund 40 Ländern, in 20 davon seien Eisbären auf Tour, berichtete der Hamburger. "In Deutschland bin ich der einzige Greenpeace-Eisbär", sagte er.

Mal fahre er mit dem Zug, mal werden er und seine Freundin (die allerdings ohne Kostüm) als Tramper mitgenommen. Gestern rollte das Greenpeace-Team in einem Hybrid-Auto an. "Meistens sind die leute nett zu mir", erzählte er. "Und man erlebt viele schöne Sachen." Shell hingegen ist nicht so begeistert von der Aktion. Sieber: "In den USA sind sie rechtlich gegen uns vorgegangen. Ansonsten heißt es auf der Homepage des Konzerns, die Ölbohraktion sei absolut sicher. Aber das bezweifeln wir."

www.greenpeace.de/niederrhein

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE