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Rheinberg: Antworten, die Älteren helfen

Rheinberg : Antworten, die Älteren helfen

Der Arbeitskreis Senioren der Dorfwerkstatt Menzelen hat sein erstes Mammutwerk abgeschlossen. Im DRK-Zentrum wurden die Ergebnisse der Umfrageaktion unter Senioren vorgestellt. Darauf wird nun aufgebaut.

menzelen Es war ein enormer Kraftakt, aber der erste große Schritt ist nun vollbracht: Der Arbeitskreis Senioren der inzwischen als Verein organisierten Dorfwerkstatt Menzelen hat die Ergebnisse einer Umfrage unter Männern und Frauen aus Menzelen-West, Menzelen-Ost und Bönning-Rill, die 70 Jahre oder älter sind, ausgewertet. Im DRK-Zentrum Menzelen stellte Ulrich Petroff vor, wie sich die Befragten zu ihren Lebensumständen geäußert haben.

"Es ist wichtig, dass wir uns mit dem demographischen Wandel beschäftigen, denn er ist allgegenwärtig", fasste Irmgard Gräven, die Sprecherin des Arbeitskreises, zusammen. Aus dem nun vorliegenden Zahlenmaterial müssen und sollen in den nächsten Monaten und Jahren Schlüsse gezogen werden, um daraus konkrete Hilfen für die Senioren abzuleiten.

Rücklaufquote von 56 Prozent

Die ehrenamtlichen Helfer der Dorfwerkstatt haben 287 Frauen und 179 Männern den Fragebogen zukommen lassen. Geantwortet haben 146 Frauen (das entspricht 51 Prozent) und 117 Männer (65 Prozent). "Mit einer Gesamt-Rücklaufquote von 56 Prozent liegen wir nicht schlecht", meinte Petroff. Die Befragung verlief anonym. Es wurden 39 Fragen mit etwa 400 Ankreuzmöglichkeiten gestellt zu Bereichen wie Lebenszufriedenheit, Wohnen, Mobilität, Soziale Infrastruktur, Hilfe- und Pflegebedarf oder auch Kontakte.

Natürlich gibt es Handlungsfelder, wo die Dorfwerkstatt eine Verbesserung erreichen muss. Aber im Großen und Ganzen kann man herauslesen, dass die Menzelener Senioren überwiegend zufrieden sind mit ihrem Leben im Ort. "Das haben wir immer vermutet, aber wir haben es nicht wirklichen gewusst", betonte Bürgermeister Thomas Ahls, der sich bei den Initiatoren bedankte und davon sprach, dass die Umfrageaktion Strahlkraft nicht nur für andere Alpener Ortsteile habe.

Zu den Aspekten, die verbessert werden müssen, gehört die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen. So hatten immerhin 91 von 263 Befragten angekreuzt, sich zeitweise einsam zu fühlen. Nachdenklich stimmt, dass es immerhin zehn Menschen in Menzelen gibt, die ohne Bad und Dusche bzw. Heizung auskommen müssen. Sehr erstaunlich ist, dass 196 der Befragten angaben, nie den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Auszählung am Placidahaus

Ulrich Petroff wies daraufhin, dass die Auszählung ausschließlich numerisch erfolgt sei. "Querverbindungen haben wir mit Rücksicht auf den Datenschutz nicht gezogen", sagte er. Mit der Auswertung werde man bald beginnen.

Die zahlenmäßige Erfassung der Umfrage ist während eines Mathematikprojektes einer Sozialhelferklasse am Placidahaus-Berufskolleg in Xanten unter der Leitung von Astrid van de Locht.

(RP/rl)