Andrea van Huet ist neue Pastoralreferentin in St. Ulrich Alpen

Laien im Kirchendienst : In der Kirche groß geworden

Andrea van Huet hat in St. Ulrich ihre Stelle als Pastoralreferentin angetreten und will sich erstmal mit allen sechs Kirchenorten vertraut machen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zählt zu ihren Schwerpunkten.

Die katholische Pfarrei St. Ulrich in Alpen nach dem Zusammenschluss: 10.888 Gemeindemitglieder in sechs ehemals selbstständigen Kirchorten, die auch weiterhin ihre eigenen Vereine und Gruppen haben. „Ich bemühe mich nach Kräften, aber es wird sicherlich ein Jahr lang dauern, bis ich so einigermaßen auf dem Laufenden bin“, sagt Andrea van Huet. Sie hat in St. Ulrich gerade ihre Stelle als Pastoralreferentin angetreten und freut sich auf diese neue berufliche Herausforderung.

Warum auch nicht. Die 40-Jährige kennt sich am Niederrhein bestens aus. Schließlich ist sie in Sonsbeck aufgewachsen und „katholisch sozialisiert“, wie es so schön heißt. Die Eltern machten mit in der Maria-Magdalena-Gemeinde, die Mutter zum Beispiel in der Frauengemeinschaft. Andrea van Huet erzählt von ihrer Zeit als Betreuerin in den früheren Ferienlagern, vom Pfarrgemeinderat und Liturgiekreis. „Ich bin in die Kirche reingewachsen“, sagt sie.

Folgerichtig schrieb sie sich nach dem Abitur am Gelderner Lise-Meitner-Gymnasium an der Katholischen Fachhochschule in Paderborn ein, lernte hier zum Beispiel Exegese, Dogmatik und machte in dem „eher kleinen, gemütlichen Städtchen“ in Ostwestfalen ihren Abschluss in Religionspädagogik. Das Anerkennungsjahr führte sie ins nördliche Ruhrgebiet, nach Waltrop, die erste Stelle nach Voerde-Friedrichsfeld – eine halbe Stelle. Schließlich galt es noch, eine weitere Hürde zu überwinden. Die geforderte Zweitausbildung führte die Sonsbeckerin an die Universität Duisburg-Essen.

Seither darf sie sich auch Diplom-Pädagogin nennen mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Und weil man ja nie auslernt, hat Andrea van Huet vor vier Jahren noch ihren Master in Supervision drauf gesattelt. Seither gehört sie zum Niederrhein-Pool des Bistums Münster, das Mitarbeiter im kirchlichen Dienst berät. Woanders nennt man das auch Coaching.

Andrea van Huet lehnt sich im Konferenzraum des Pfarrhauses an der Ulrichstraße in ihrem Stuhl zurück und berichtet von den weiteren Wanderjahren: Assistenz in Waltrop, erste volle Stelle in St. Peter und Paul in Voerde und Möllen. Dann kam Kamp-Lintfort: Von 2008 bis zur Mitte dieses Jahres war sie dort an St. Josef tätig. „Es war eine schöne und wertvolle Zeit“, sagt sie rückblickend auf Jahre, in denen sie sich viele Kontakte aufgebaut hat: „Ich habe mit vielen Ehrenamtlichen gut zusammengearbeitet und bin dankbar für ihren Einsatz. Es gab gute Kooperationen mit dem Caritas-Verband und anderen Einrichtungen vor Ort, die die Jugendarbeit, für dich ich zuständig war, jederzeit unterstützt haben.“ Allerdings: „Irgendwann ist auch ein Perspektivwechsel gut. Ich musste mal wechseln“, sagt van Huet. Und: „Ich freue mich auf die Arbeit in St. Ulrich.“

Gleichwohl: „Bis ich auch hier die jeweils eigenen Strukturen, die Verbindungen in den einzelnen Orten gefunden sowie alle Telefonnummern und E-Mail-Adressen im Kopf habe, wird es noch dauern“, weiß sie. Die Neue will sich nach und nach in allen Orten, bei allen Vereinen, Bruderschaften und Einrichtungen vorstellen: ein weiter – auch innerer – Weg von Ginderich und Büderich bis auf die Bönninghardt. „Spannend“, nennt sie das. Menschen kennenzulernen, das sei es doch.

In den Grundschulen wird sie tätig sein, die Firmlinge vorbereiten, mit Jugendlichen arbeiten. Das liege ihr genau so wie die Vorbereitung von Gottesdiensten und dabei ein Glaubenszeugnis abzulegen. Freizeit, gibt es auch noch? Sie hat eine 50-Prozent-Stelle in Alpen, hinzu kommen zehn Prozent für die Supervision. Ihre beiden Mädels Hannah und Frieda sind fünf und drei Jahre alt, ihr Mann sei als Landschafts- und Freiraumplaner – wie sie – oft auch abends unterwegs.

Das bedeute nicht unerhebliche Planung. Die macht sie von Kamp-Lintfort aus. „Denn da haben wir seit vielen Jahren unsere Freunde und Bekannten.“ Spielplätze seien natürlich ein Lebensmittelpunkt, wichtig seien aber eben auch freundschaftliche Kontakte oder Kinobesuche zum Beispiel. Und das Kochen liebt die Familie. Was am liebsten? „Alles, am meisten aber Pizza.“

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