Rheinberg: Amplonius kehrt zurück

Rheinberg: Amplonius kehrt zurück

Für das Rheinberger Stadtfest ist ein Schauspiel in Auftrag gegeben worden, in dem professionelle Schauspieler eine fiktive Geschichte erzählen, die nach dem Tod des Gelehrten ansetzt. Die Welturaufführung ist am 16. Juni.

Was für ein schönes Bild: Amplonius Rating de Berka, seine Frau Kunigunde (mit der er nicht verheiratet war) und Diener Hans stehen in historischen Gewändern in der Underbergstraße mitten in Rheinberg — dort, wo eine Gedenktafel an das Geburtshaus des großen, in Rheinberg geborenen Gelehrten des Mittelalters erinnert. Die Schauspieler Michaela Fleischer, Magnus Heithoff und Neven Nöthig spielen Kunigunde, Amplonius und Hans in einem Schauspiel, das beim Rheinberger Stadtfest am Samstag, 16. Juni, zweimal in der Stadthalle zur Welturaufführung kommt (um 16 und um 19 Uhr).

Ein echtes Highlight

"Ich habe zusammen mit Frank Tatzel von der Werbegemeinschaft schon früh überlegt, wie wir das herausragende Ereignis ,600 Jahre Amplonianische Stiftung und Bibliothek' darstellen können", sagte gestern Franz-Josef Stiel von der Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg. "Ich denke, dass wir mit dem Schauspiel ein echtes Highlight präsentieren können."

"Amplonius — zurück in Rheinberg" ist die von Andreas Krätzig (Chef-Autor der SAT 1-TV-Serie Richter Alexander Holt") verfasste und von Michaela Fleischer aus Münster in Szene gesetzte 40-Minuten-Auftragsarbeit überschrieben. "Eine fiktive Geschichte", verriet Stiel gestern. "Sie beginnt, nachdem Amplonius am 17. April 1435 verstorben ist." Seine Frau und sein Diener umsorgen den Gelehrten, kümmern sich, spüren aber, dass der Bücher-Sammler Entspannung braucht und überreden ihn zu einem Urlaub — auf der Erde, unter den Menschen, in der heutigen Zeit und natürlich auch in Rheinberg. Ganz klar, dass sich Amplonius über manche Dinge in seiner Geburtsstadt wundert (übrigens nicht über die vielen Baustellen, die seien ausdrücklich ausgeklammert worden, wie es gestern augenzwinkernd hieß). Diener Hans etwa verwirrt seinen Chef dadurch, dass er Dinge "googelt".

  • Fotos : Großes Schulfest am Amplonius-Gymnasium

Sehr begeistert vom Stück

"Wir sind sehr begeistert von diesem Stück", betonte Michaela Fleischer, die auch auf die Sprache einging: Zum Teil sei sie dem angepasst, wie damals gesprochen worden sei. Fleischer: "Zum Beispiel sieze ich Amplonius, aber er duzt mich. So war das damals." Begeistert sei man auch von den historischen Kostümen. Die Regisseurin: "Die zwingen zur Haltung." Der Eintritt zum Amplonius-Schauspiel ist in beiden Fällen frei, man muss sich auch keine Karten besorgen.

Eine knapp 20-köpfige Abordnung des "Ritter-Convents" trägt ebenso zum Gelingen des Stadtfestes bei. Die Interessengemeinschaft mit 140 Mitgliedern aus sechs Bundesländern organisiert z.B. komplette Ritterspiele. Zum Stadtfest schickt Gert Klein Gaukler, Minnesänger und Spielleute. In der Gruppe "Ranunculus" selbst mit.

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(RP/rl)
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