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Alpens Bauhof kommt mit der Pflege der Friedhöfe nicht mehr nach

Personal für den Bauhof : Alpen braucht Verstärkung für die Friedhofspflege in Menzelen

Der Verzicht auf Herbizide bei der Unkrautbekämpfung erhöht den Personaleinsatz auf dem Bauhof der Gemeinde. Dazu kommen zusätzliche Aufgaben bei der Verkehrssicherungspflicht.

Die Politik reagiert auf wachsende Kritik am pflegerischen Zustand des kommunalen Friedhofes in Menzelen. Der Haupt- und Finanzausschuss schlägt dem Rat vor, einen zusätzlichen Gärtner einzustellen, der künftig sicherstellen soll, dass das Erscheinungsbild auf der Ruhestätte ungetrübt ist. Dazu soll der Personalkostenansatz im Haushalt, der Mitte Dezember verabschiedet wird, um 53.000 Euro erhöht werden. Lediglich die SPD stellte sich angesichts der „angespannten Etat-Lage“ gegen den Vorschlag und favorisiert eine kostenneutrale Lösung des Problems. Bürgermeister Thomas Ahls sieht wenig Spielraum, über das Jobcenter Personal zu rekrutieren. „Der Markt ist leergefegt.“

Den Handlungsbedarf in Menzelen hatte die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage deutlich gemacht. Eigentlich hätte man im Rathaus bereits vor einem Jahr den Mittel-Ansatz zur Pflege der kommunalen Friedhöfe in Alpen, Veen und Menzelen durch die Gärtnertrupps des Bauhofes anheben wollen, heißt es da. Aufgrund der Bemühungen, den Haushalt zu konsolidieren, habe sich die Fachabteilung „schlussendlich bemüht, mit dem ursprünglichen Ansatz auszukommen“.

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Doch die Arbeit der Gärtner gestalte sich zunehmend schwieriger, und sie werde mehr. Ein Grund, so die Verwaltung, sei das Verbot, Herbizide zur Unkrautbekämpfung einzusetzen. Das sei auf befestigten Wegen und Plätzen gesetzlich untersagt. Und der Rat habe vor drei Jahren zudem beschlossen, die chemische Keule auf kommunalen Flächen zu verbannen und stattdessen auf umweltfreundlichere Methoden zu setzen, um den unschönen Wildwuchs in den Griff zu bekommen. Zumal die „Erwartungshaltung in der Bürgerschaft“ in Bezug auf das Erscheinungsbild der Friedhöfe „gestiegen“ sei.

Das aber habe personelle Folgen. Es bedeute nämlich erhebliche Mehrarbeit, so die Verwaltung. Es kämen Maschinen und Geräte zum Einsatz, um mit ihnen unliebsames Unkraut abzuflämmen oder mit heißem Wasser zu verbrühen. „All diese Verfahren bedeuten eine erhebliche personelle Belastung für den Bauhof“, heißt es in Richtung Politik. Hinzu käme ein hoher Aufwand für die Wahrung der Verkehrssicherungspflicht – nicht nur, was die Standfestigkeit von Grabsteinen betreffe.

Ein Bauhof-Mitarbeiter sei fast ausschließlich damit befasst, Bäume an kommunalen Wegen und Straßen zu kontrollieren und sie bei Bedarf von Astwerk zu befreien, das herabfallen und so zur Gefahr werden könnte. Marode Bäume wie zuletzt am Brunnen im Dahlacker müssten gar gefällt werden.

Aufgrund der angespannten Personallage auf dem Bauhof sei der Friedhof in Menzelen zuletzt „nur sporadisch gepflegt worden“. Das habe vermehrt zu kritischen Anrufen im Rathaus und zu verärgerten Reaktionen in den Sozialen Netzwerken geführt. „Die für alle unbefriedigende Situation“ soll nun durch einen weiteren Gärtner behoben und erreicht werden, dass auf allen Friedhöfen in Alpen ein vergleichbar zufriedenstellender Pflegezustand sichtbar werde.

Statt einen Gärtners einzustellen, hätte man die Leistungen für den Friedhof in Menzelen auch vergeben können. Weil das nur unwesentlich günstiger wäre, sortierte die Politik diese Alternative aus.

(bp)