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Alpener Grundschüler gingen beim Schulausschuss in die Lehre

Schulpolitik in Alpen : Kinder in die Politik

Alpener Grundschüler des Projekts „Wir bestimmen mit“ waren jetzt zu Gast im Schulausschuss.

Politik sollte man den Profis überlassen, hatte FDP-Chef Christian Linder vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview in Richtung der Schüler geäußert, die freitags lieber für besseres Klima auf die Straße statt für bessere Noten in die Schule gehen. Dass den Profis der Nachwuchs nicht ausgeht, hat sich die Alpener Grundschule Zum Wald auf die Fahnen geschrieben. Hier gibt es unter anderem eine Projektgruppe mit dem selbstbewussten Namen „Wir bestimmen mit“.

Hier üben sich Schüler der Klassen drei und vier in Demokratie. Anschauungsunterricht haben die Kinder jetzt im Schulausschuss des Rates genommen, als der in der Bibliothek der Sekundarschule getagt hat.

Und die kleinen Mitbestimmer hatten nicht nur ihre Lehrerin mitgebracht, sondern auch einige Mütter und Väter. Denn die Großen können sicher auch noch was lernen. Irmgard Höpfener (CDU), Vorsitzende des Ausschusses und als Mutter wie beruflich im Umgang mit Kindern geschult, begrüßte das junge interessierte Publikum. „Ich bin diejenige, die sagt, wer was sagen darf“, stellte sie sich und ihre Rolle vor. Sie wählte ihre Worte mit Bedacht. Ihr lag daran, verständlich zu erklären, was hier gleich abgeht. Und sie stellte den Kindern einen Freibrief aus, einfach aufzustehen und zu gehen, wenn sie genug geschnuppert hätten und es ihnen langweilig werde.

Dann wandte sich die Ausschuss-Vorsitzende Bürgermeister Thomas Ahls zu, der „meistens“ auf alles eine Antwort habe. Zwischenruf von links: „Ma’so, ma’so!“ Dazu muss man wissen, dass der erste Mann im Rathaus auch singt, meist im Karneval in einem Männerquartett solchen Namens.

„Und wenn der Bürgermeister mal nix weiß“, leitete die Wortgeberin zu Schulamtsleiter Ludger Funke über, der „alles über Schule weiß“. Sehr gut. Dann stellte die Vorsitzende die Fraktionen vor und die, die für sie sprechen dürfen. Schließlich waren die Schulleiterinnen an der Reihe, die der Politik Bericht abstatten sollten, was läuft in ihren Schulen. Einen Abgleich mit der Wirklichkeit erlaubte den Zuhörern der Vortrag ihrer Rektorin Ursula Ledermann, die ihre Zöglinge selbstverständlich in höchsten Tönen lobte. So macht Mitbestimmung Spaß.

Und feierlich wurde es auch noch. Für die CDU wurde mit Nadine Gietmann eine Neue auf ihren Dienst zum Wohle der Gemeinde verpflichtet. Dazu ist es üblich, dass alle sich von den Plätzen erheben. Auch der Demokratie-Nachwuchs.