Alpen: Werbring hat seine drohende Auflösung abgewendet

Alpens Geschäftsleute neu aufgestellt : Neustart beim Alpener Werbering geglückt

Probezeit: Thomas Eckholt steht an der Spitze der Kaufleute. Doch die Krise ist noch nicht besiegt.

Alpen „In tiefer Trauer nehmen wir Abschied vom Blumen- und Spargelmarkt, dem Heimatshoppen, dem Erntefest und vielem mehr.“ Mit dieser Todesanzeige an seine Mitglieder hatte der Werbering nach dem kurzfristigen Rücktritt seines Vorsitzenden Markus Meier zum Ende des Jahres auf die prekäre Lage für die vereinigte Kaufmannschaft aufmerksam gemacht: „Es ist fünf vor zwölf. Die Traueranzeige soll nicht Realität werden. Dazu brauchen wir Sie“, hieß es im Begleitschreiben.

Die ganze Hoffnung des Vorstandes ruhte darauf, dass die Jahreshauptversammlung am Mittwochabend nicht die letzte sein und sich ein neuer Vorstand finden würde. „Ich hoffe, dass alle kommen und wir mit einem neuen Vorstand einen Neuanfang starten können“, äußerte sich die stellvertretende Vorsitzende Birgit Muth wenige Minuten vor der Versammlung optimistisch. Was den Zuspruch betraf, sollte sie enttäuscht werden. Trotz des markigen Appells fand nur etwa die Hälfte der Mitglieder den Weg in die Burgschänke. Entscheidend aber war, dass sich ein neuer Vorstand fand und die Aktivitäten des Werberinges so für die nächsten zwei Jahre gesichert sind.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Thomas Eckholt gewählt, Vize-Vorsitzende bleibt Birgit Muth. Schriftführerinnen sind Verena Schroller-Bongen und Michaela Kohl. Die Kasse führt weiter Andreas Schroer. Wie sehr der Werbering im Rathaus geschätzt wird, machte Wirtschaftsförderin Petra Romba deutlich. Sie gratulierte dem neuen Vorsitzenden im Namen des Bürgermeisters mit einem edlen Tropfen.

Alles wieder im Lot also? Nein. Das zeigte allein schon der Bericht des Kassierers, der satte 5000 Euro Minus fürs abgelaufene Jahr auswies. Als Grund dafür nannte Birgit Muth neben der kostspieligen Produktion von Flyern und sinkenden Mitgliederzahlen die neue Strategie des Werberings bei der Ausrichtung der Straßenfeste. Man habe auf die vielfache Kritik von Besuchern an Ständen mit wenig attraktiven Neuwaren reagiert. „Beim Erntefest haben wir beispielsweise regionale Anbieter von Obst und Gemüse oder Handwerker bevorzugt. Das ist gut angekommen, aber eben auch mit einem deutlichen Rückgang der Standgebühren verbunden“, sagte Birgit Muth.

Trotzdem möchte der Werbering an diesem Konzept festhalten. Für „eine schwarze Null“ in der nächsten Bilanz soll der Verzicht auf Flyer-Werbung beitragen. Eminent wichtig werde es auch sein, neue Mitglieder zu gewinnen. Wie malade der Patient Werbering derzeit noch ist, verdeutlichte der neue Vorsitzende gleich nach seiner Wahl: „Wir probieren das jetzt noch einmal. Aber wenn die nächsten zwei Jahre so bleiben, machen wir den Laden zu“, sagte Juwelier und Optiker Thomas Eckholt.

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