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Alpen warten seit Monaten auf 165 iPads für seine Schulen

Digitalisierung von Schulen : Die Sorgen bleiben

Alpen hat für seine Schulen 165 iPads bestellt. Aber die Order steckt im Stau. Das kann sich rächen, wenn digitales Lernen plötzlich wieder die einzige Alternative wird.

Die zweite Welle tobt. Das Coronavirus verbreitet sich rasanter denn je. Auch im Kreis Wesel, auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz hier mit am Freitagmittag mit 71,1 längst nicht so hoch ist wie in vielen anderen Regionen der Republik. Ein Trost ist das nicht. Dass die Politik die Not erkennt und in dieser Woche in seltener Einigkeit das öffentliche Leben wieder spürbar runtergefahren hat, trifft nicht wenige existenziell und mag viele andere kaum beruhigen. Eine Garantie, dass die rasende Lok Pandemie gebremst werden kann und nicht gänzlich außer Kontrolle gerät, gibt es nicht. Zweifel daran sind greifbar. Ausdruck davon ist der Hochbetrieb an der Drive-In-Teststation des DRK in Rheinberg. 

So ist auch, allen Bekundungen zum Trotz, die Sorge nicht abwegig, dass auch der Unterricht in den Schulen wie die Betreuung in den Kindergärten, wenn nicht jetzt, so doch in absehbarer Zeit, wieder zum Erliegen kommen und in den häuslichen Bereich verlegt werden. Ob regelmäßiges Lüften in den Klassen reicht, das Virus fernzuhalten, scheint eher unwahrscheinlich. Allein in Schulbussen ist Abstandhalten eine recht sportliche Vorgabe. Die jüngsten Erfahrungen in Schulen und Kindergärten in Rheinberg und Alpen zeigen, dass Covid-19 den pädagogischen Betrieb erheblich stören kann, wenn ganze Kindergärten oder Jahrgangsstufen in häusliche Quarantäne müssen. 

Spätestens dann kommt die didaktische Zaubervokalbel „Homeschooling“ wieder zum Vorschein. Klingt gut, ist aber in der unterrichtlichen Praxis bisweilen schwierig. Nicht alle Kinder sind im häuslichen Umfeld so ausgerüstet, dass sie mit digitalen Lern­angeboten gut klarkommen. 

Die Gemeinde Alpen hat Voraussetzungen geschaffen, dass wirtschaftliche Not nicht dazu führt, das Bildungsgefälle noch größer werden zu lassen als es ohnehin ist. Alle Schulen sind ans schnelle Datennetz angedockt, die Software steht, private Rechner problemlos anschließbar. 165 iPads für die Schulen sind seit Monaten bestellt. Allerdings: Noch ist kein einziges Tablet da. Das kann man der IT-Abteilung und anderen im Rathaus nicht vorwerfen. Die haben einen guten Job gemacht. Aber was hilft’s. Wenn’s anderswo hakt, kommt am Ende auch beim Besten Sand ins Getriebe.

Bernfried Paus

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