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Alpen: Veenze Kräje sind sich klar, dass Karneval im Dorf auch Kritik erntet

Kommentar zum Karneval in Veen : Das Risiko feiert mit

Die Veenze Kräje wollen trotz der steigenden Inzidenzen Rosenmontag ziehen und vorher in die Bütt steigen. Sie halten die Risiken für kalkulierbar. Andere vermutlich nicht.

Veenze Kräje sind mutige Geschöpfe. Ob sie waghalsig oder gar fahrlässig sind, ist diskutabel. Angesichts von Inzidenzen, die auch im Kreis Wesel so hoch sind wie noch nie, mutet ihre Entscheidung, den närrischen Lindwurm am Rosenmontag, wenn auch nur in Miniatur-Format und in einer kontrollierten Zone, ziehen zu lassen, durchaus fragwürdig an. Das ist auch den jecken Veenern klar, die keineswegs unter Realitätsverlust leiden.

Aber die Menschen im Dorf sind nun mal auch leidenschaftliche Karnevalisten, die alles dafür tun, um Gemeinschaft zu leben. Dazu gehört das Feiern. Das wollen sich die Veener vom Virus nicht ein weiteres Mal ganz nehmen lassen. Ihre Eigenwilligkeit ist so bekannt wie geschätzt. Sie kämpfen, wollen alles Menschenmögliche tun, damit sie und ihre Gäste sicher durch die tollen Tage kommen. Auch wenn Kritik daran letztlich nicht ausblieben wird und auch nicht ausbleiben darf.

Ob dieser stolze, ausgeprägte Lebenswille imponierend ist oder doch eher gefährliche Sturheit, mag am Ende jeder und jede für sich entscheiden. Eins aber ist sicher: Das Risiko feiert mit. Trotz 2Gplus, Abstand und Narrenmaske.


 Bernfried
Paus

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(bp)