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Alpen: SuperJazz lockt mehr als 100 Leute in den Lesengarten

Konzert in Alpen : Gute-Laune-Jazz lockt viele in den Lesegarten

Mehr als 100 Leute kamen zum Open-air-Frühschoppen mit SuperJazz hinters Alpener Rathaus. Auch Radwanderer machten hier spontan Station und ließen sich begeistern.

Nach zweijähriger Zwangspause hatte der Musik- und Literaturkreis Alpen am Sonntag wieder zum traditionellen Jazzfrühschoppen in den Lesegarten hinterm Rathaus eingeladen. Wie beim letzten Mal im Juli 2019 war das Düsseldorfer Quartett Superjazz zu Gast. Die vier mussten zwar nicht erst „die Wolken wegspielen“ wie beim letzten Gastspiel, hatten dafür bei herrlichem Sonnenschein aber andere Widrigkeiten zu meistern.

„Wir hatten fast drei Jahre Pause. Während der Zeit muss man die Lieder alle im Kopf behalten“, erklärte „Banjoman“ Wolfgang Kannen. Über 300 Titel aus vielen Stilarten des Jazz, dazu Evergreens und Schlager aus längst vergessenen Zeiten finden sich im Repertoire der Band. Die legte mit „Lass die Sonne in dein Herz“ gleich mal ein Gute-Laune-Lied vor. Für die eingestreuten Soli von Andreas Hammen an der Posaune, Clive Fenton an der Tuba, Gary Jarmin am Saxophon oder Wolfgang Kannen am Banjo spendete das Publikum immer wieder herzlichen Applaus.

Superjazz sprühte vor Begeisterung. Als Sänger Wolfgang Kannen im Oldie „Weil ich dich so lieb hab‘“ mit Inbrunst eine Frau besang, die sich von ihrem Schatz ein Automobil wünscht und sich dafür nicht nur aufs Profil, sondern sogar auf die Lippen küssen lässt, stimmten die Zuhörer fröhlich ein. Das steckte an: Saßen anfangs nur 30 Besucher im Lesegarten, wurden es mit jedem Titel mehr, bis am Ende weit über 100 Menschen mitklatschten.

 Clive Fenton an der Tuba überzeugte ebenso wie seine drei Mitstreiter an den anderen Instrumenten.
Clive Fenton an der Tuba überzeugte ebenso wie seine drei Mitstreiter an den anderen Instrumenten. Foto: Armin Fischer (arfi)
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Einige waren mit dem Rad da, auch wenn das Rathaus diesmal keine Station beim niederrheinischen Radwandertag war. „Wir sind aus Issum zufällig hier vorbeigekommen und haben die Musik gehört. Die hat uns sofort angesteckt“, erzählten Ruth und Markus Tomberg. Die Stimmung war da so gut, dass es die Band nicht mehr auf den Plätzen hielt. Zum Vergnügen der Besucher spazierten die Musiker mit ihren Instrumenten durch die Reihen und steckten das Publikum mit ihrem fröhlichen Swing an.

Geplant ist so was nie, sagte Wolfgang Kannen: „Wir spielen eigentlich Dixieland, haben aber viel Spaß am Improvisieren.“ Eine feste Songliste gab’s nicht. Die Titel suchte Gary Jarmin spontan aus. Ohne es zu wissen, bestimmte das Publikum den nächsten Song. „Ich sehe mir das an und entscheide, welchen Titel wir spielen“, so Jarmin.

Wen er im Blick hatte, als er den alten Hit „Just a Gigolo“ ankündigte, verriet der Saxophonist nicht. Wohl aber, dass die Spontanität den Kollegen einiges abverlangt. Denn die Titel stammen von so unterschiedlichen Interpreten wie Louis Armstrong, Frank Sinatra oder Marius Müller-Westernhagen. „Wir haben alle Songs im Kopf. Noten brauchen wir nicht. Man kann uns nachts wecken, einen Titel nennen, und wir spielen den.“ Ohne Bedenkzeit – wie bei der durch den Film „Hatari“ (1962) bekannten Mancini-Komposition „Baby Elephant Walk“. Dafür gab‘s Zwischenapplaus. Nach dem zweistündigen Frühschoppen stand für die Besucher fest: Superjazz darf wiederkommen.

(erko)