Alpen ringt um das DRK-Projekt Kita-Deal wird zum Zankapfel der Politik

Alpen · Alpens CDU-Fraktionschef Frederik Paul kontert die Kritik aus Reihen der SPD in scharfem Ton. Er wirft den Genossen vor, sich „gegen die Interessen von Viktoria“ zu stellen und „Öl ins Feuer“ zu gießen. Er verweist auf ein besseres Beispiel.

 Verwaltung und Viktoria scheinen auf dem Weg zu Einigung. Jetzt verlagert sich der Konflikt um den Kita-Standort aufs Feld der Parteipolitik.

Verwaltung und Viktoria scheinen auf dem Weg zu Einigung. Jetzt verlagert sich der Konflikt um den Kita-Standort aufs Feld der Parteipolitik.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Nachdem sich Viktoria Alpen und Bürgermeister Thomas Ahls nach teils heftigen Debatten in der Causa DRK-Kita auf den Weg zur Verständigung begeben und sich auf eine Lösung verständigt haben, verlagert sich der Konflikt nun aufs parteipolitische Feld. Den Anstoß machte SPD-Fraktionschef Armin Lövenich, der den Deal zwischen Rathaus und Fußballclub massiv infrage gestellt hat. Das treibt nun wiederum CDU-Fraktionschef Frederik Paul aufs Spielfeld. Der setzt umgehend zum Konter an: „Wir bedauern es sehr, dass sich die SPD gegen die Interessen des Vereins stellt und die Suche nach einer für alle tragfähigen Lösung behindert.“

Der Ton wird schärfer. Paul wirft den Genossen vor, das zarte Pflänzchen Kompromiss zu torpedieren: „So gießt man weiter Öl ins Feuer.“ Die SPD scheine kein Interesse an einer Annäherung der Konfliktparteien zu haben und wolle nun „an Viktoria-Vorstand, Politik und Verwaltung vorbei den Deal aufbohren“.

Die Kompromisslinie schon unter Beschuss zu nehmen, bevor die Viktoria ihr Konzept für den Bedarf an Inklusionsfußball vorgelegt habe und die Finanzierung geklärt sei, hält Paul für den falschen Weg: „Destruktiver geht es kaum.“ Die CDU werde die Lage erst abschließend bewerten, „wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen“.

Auch der SPD-Fraktion sei die angespannte Lage in den Alpener Kitas bekannt. Immer wieder würden sich Familien melden, „die verzweifelt einen Platz suchen“. Der Bedarf an Betreuung sei vom zuständigen Kreisjugendamt objektiv festgestellt worden. Das habe die SPD in der Vergangenheit nie infrage gestellt.

Wenn die Genossen von „zweifelhafter“ Vergabe an das DRK sprächen, schüre das Misstrauen in Demokratie und Verwaltung. Die Behauptung, dass durch den Erbpachtvertrag „Millionen“ verschenkt würden, sei zumindest „unverständlich“, so Frederik Paul.

Die SPD habe das gleiche finanzielle Konstrukt mit der Kirchengemeinde St. Ulrich beim Bau von Haus Michael in Menzelen mitgetragen. „Wo war da der Aufschrei? Wir stellen Gleichheit zwischen den Trägern her und messen nicht mit zweierlei Maß“, so Paul. Das Grundstück werde dem DRK nicht geschenkt, sondern zur Verfügung gestellt – im Interesse von Eltern und älteren Menschen. Das DRK verfolge in Alpen das gleiche innovative Konzept wie St. Ulrich in Menzelen.

(bp)