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Alpen stellt Fachkraft für Digitalisierung der Verwaltung ein

Kundenfreudliche Verwaltung : Rathaus in Alpen stellt sich personell auf digitalen Wandel ein

Digitalisierung stellt Behörden vor wachsende Hausforderungen. Das Gesetz schreibt vor, Dienstleistungen künftig auch online anzubieten. Im Rathaus will man mit einem Kümmerer den Wandel bewältigen.

Im Rathaus will man sich zielgerichtet auf wachsende Anforderungen durch die Digitalisierung vorbereiten. Daher hat der Rat Ende des vorigen Jahres mit Verabschiedung des Stellenplans eine neue Stelle geschaffen. Die neue Kraft wird organisatorisch im Büro des Bürgermeisters angesiedelt und soll in erster Linie ein Konzept entwerfen, die Verwaltungsarbeit auf Zukunft hin auszurichten. Er oder sie soll die Geschäftsprozesse im Hause analysieren und auch entsprechende technische Systeme auf den Weg bringen. Die jährlichen Personalaufwendungen dafür werden mit 68.500 Euro beziffert.

In der Vorlage kommt die Verwaltung zu der Einschätzung, dass digitale Entwicklungen im privaten Bereich – auch was geschäftliche Beziehungen angehe – immer weiter voranschreiten, die „Kommunikation mit Behörden dahinter deutlich“ zurückfalle. Dabei würden Bürgerinnen und Bürger und auch Unternehmen als „Kunden der Gemeindeverwaltung berechtigterweise schnellere, effizientere und kundenfreundlichere digitale Leistungen erwarten“ – so wie sie in anderen Lebensbereichen längst selbstverständlich seien.

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Neben diesem Anspruch komme gesetzlicher Handlungsdruck. So verlange das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtend, dass Gemeinden vom 1. Januar des kommenden Jahres an ihre Verwaltungsleistungen auch online anbieten. Das in Frage kommende Angebot umfasse rund 90 Dienstleistungen, für die die Fachbereiche im Rathaus zuständig sind.

Um auf dem Weg zur Digitalisierung erfolgreich zu sein, heißt es in der Beratungsvorlage, sei es „wichtig, die Potenziale für Bürger, Unternehmen und die Verwaltung selbst in echten Nutzen umzuwandeln“. Als praktisches Beispiel wird die Möglichkeit genannt, Personenstandsurkunden „zeit- und ortsunabhängig per PC oder Smartphone online zu bestellen“. Die Notwendigkeit, im Rathaus vorzusprechen, könne dann entfallen. Den Nutzen digitaler Wege hätten viele bei den zurückliegenden Wahlen bereits schätzen gelernt. Rund die Hälfte aller Briefwahlunterlagen seien digital bestellt und vollelektronisch bearbeitet worden. Weitere Online-Angebote seien in Vorbereitung.

Dem wachsenden Berg von Anforderungen an die Verwaltung könne man nur erfolgreich begegnen, wenn sich die Aufgabenerfüllung „an der Sicht des Bürgers“ orientiere. Dabei müsse neben zeitgemäßer IT-Infrastruktur nach Überzeugung der Verwaltung „wesentliches Augenmerk auf die verwaltungsinterne Kultur und die Qualifikation der Belegschaft gelegt werden“. Die zu erwartenden Veränderungen seien zu groß, „als dass man diese einfach so auf die Mitarbeitenden hereinbrechen lassen darf“. Das gipfelt in dem Appell: „Allen Beteiligten muss klar sein: Digitalisierung und Umbau der Verwaltung von morgen gelingen nicht nebenbei.“ Schließlich heißt es, dass für eine Kommune wie Alpen, „wo die digitale Reife noch nicht sonderlich ausgeprägt“ sei, ein „Kümmerer für Verwaltungsdigitalisierung“ wichtige Schrittemacherdienste leisten könne.

(bp)