Alpen: Stadtplaner Martin Lyhme betreut einen Schulgarten in Namibia

Alpen hilft : Gartenfreund für Kinder in Namibia

Martin Lyhme (37), Stadtplaner im Alpener Rathaus, reist jedes Jahr ins südliche Afrika. In der Stadt Lüderitz hilft er, im Schulgarten Obst und Gemüse anzubauen. Weitere Projekte sollen folgen. Dabei ist er auf Unterstützung angewiesen.

Seit elf Jahren hat Martin Lyhme ein und dasselbe Urlaubsziel: Namibia. Den Stadtplaner im Alpener Rathaus faszinieren die Wüstenlandschaft, die Weite des südafrikanischen Landes und die vielen neuen Orte, die er jährlich mit dem Auto erkundet. Eine Stadt mit einem deutschen Namen steht jedoch jedes Jahr immer wieder auf seiner Besuchsliste: Lüderitz, eine Hafenstadt an der Atlantikküste, benannt nach einem Großkaufmann aus Deutschland. Hier hat der Landschaftsarchitekt vor ein paar Jahren unter anderem einen Obst- und Gemüsegarten an einer Schule mit aufgebaut. Im Frühjahr war Martin Lyhme wieder vor Ort, um am Schulgarten der Helene van Rhijn Primary School weiter mitzuarbeiten.

Maisbrei und gekochter Fisch: Das steht täglich auf dem Speiseplan der Grundschule in Lüderitz. „Für viele Schüler ist das die einzige Mahlzeit des Tages“, erzählt Lyhme. Seitdem es aber den Schulgarten gibt, gehören auch immer Gemüse und Obst als leckere Vitaminlieferanten dazu. Das milde Klima in Namibia eigene sich, so der Landschaftsarchitekt, hervorragend zum Anbau. „Weil der Frost ausbleibt, wachsen die Pflanzen recht schnell.“ Auch der Wüstenboden sei nicht unbedingt schlecht zum Anbauen – er sei nur anders. „Den Kindern habe ich gezeigt, dass sie Seetang aus dem Meer holen und als Dünger verwenden können.“ Kartoffeln, Spinat, Möhren, Wassermelonen, Mangos und viele weitere Sorten hat der Alpener schon zusammen mit den Kindern angepflanzt.

Im Fokus des Besuchs im Frühjahr standen viele neue Obstbäume und die Reparatur des Gartenzauns. „Einige neu gepflanzte Bäume hatten leider nicht überlebt. Und wegen des defekten Zauns wurden den Schülern immer wieder Früchte geklaut“, erzählt der Besucher aus Alpen. Für die jetzt anstehenden Arbeiten konnte Lyhme das erste Mal Sponsoren gewinnen. Anne Bösken-Diebels von der Brauerei Diebels spendete neue Obstbäume, der Rotarty Club in Lüderitz finanzierte die Zaun-Reparatur und der Raiffeisenmarkt aus Issum stellte Gemüsesaatgut zur Verfügung.

Martin Lyhme (l.) und Nachhaltigkeitsmanager Michel Weijers arbeiten eng zusammen. Foto: Martin Lyhme

„Dank der Spenden konnten wir die Projektziele erfolgreich umsetzten“, sagt Lyhme. Eineinhalb Wochen hat er gemeinsam mit dem befreundeten Nachhaltigkeits-Projektmanager Michel Weijers, Lehrkräften und Helfern im Schulgarten gearbeitet. „Das Projekt wächst mir mit jedem Jahr mehr ans Herz“, sagt Martin Lyhme. Mittlerweile konnte sogar eine Gärtnerin eingestellt werden, die sich in der unterrichtsfreien Zeit um die Pflanzen kümmert. Auch eine Garten AG gibt es bereits. Die Schüler sollen, das was sie über den Gemüseanbau lernen, auch ihren Eltern beibringen. Graswurzelarbeit. „Weil die Landwirtschaft in Namibia sich bisher eher auf die Viehzucht konzentriert“, erklärt Lyhme.

Für die nächsten Jahre hat der Alpener noch viele vor. Auch an anderen Schulen in Lüderitz sollen Gemüsegärten angelegt werden. Ein weiterer großer Wunsch ist die Eröffnung einer Schule für sogenanntes Dessert-Farming. „Dort soll den Menschen beigebracht werden, wie es in der Wüste möglich ist, wassersparend zu pflanzen.“ Aber auch die Helene van Rhijn Primary School soll noch grüner werden. Der Gemüsegarten wird stetig ausgebaut. „Noch ist der Garten nicht so groß, dass er die 600 Schüler komplett ernähren könnte“, sagt der 37-Jährige. „Das dauert seine Zeit. Aber darauf arbeiten wir hin.“

Bei seinem Besuch half der Alpener, den Zaun um den Garten zu reparieren. Obst und Gemüse sind begehrt. Foto: Martin Lyhme

Nächstes Jahr sollen Dattelpalmen auf dem Schulhof gepflanzt werden, die nicht nur Früchte bringen, sondern in den Pausen auch Schatten spenden.

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