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Alpen: Sekundarschüler bieten Smartphone-Training für Senioren online an

Smartphone-Training in Alpen : Homeoffice für Senioren

Wegen der Corona-Pandemie bieten die Sekundarschüler ihr Smartphone-Training jetzt online an. Fit genug im Umgang mit den technischen Geräten sind die Senioren dank der guten Vorarbeit.

Die Erfolgsgeschichte begann im April 2019. Damals hat die Leader-Nachbarschaftsberatung der Gemeinde Alpen in Kooperation mit der Sekundarschule und der örtlichen Dorfwerkstatt ein Smartphone-Training für Senioren ins Leben gerufen. Schüler vermittelten den Teilnehmern den Umgang mit Mail-Programmen, den Einstieg in soziale Netzwerke oder das Fotografieren mit dem Handy.

Die Schüler erlebten sich als Experten und die Senioren lernten bei einer Tasse Kaffee heute gängige Kommunikationsformen und Informationsmöglichkeiten kennen.

Die ersten Treffen der Generationen fanden im Amalien-Cafè statt und wurden von Beginn an so gut angenommen, dass die Internetbandbreite dort nicht mehr ausreichte und man die Trainingsstunden in die Flüchtlingsunterkunft am Passweg verlegte. Rund 150 Menschen aus Alpen und den umliegenden Ortsteilen, der Älteste ist 84 Jahre alt, nutzten die Gelegenheit.

Doch dann kam Corona und mit der Pandemie der Lockdown. Doch das Projekt „Jung schult Alt“ sollte auch in diesen schwierigen Zeiten unbedingt weitergehen und so entstand die Idee einer digitalen Smartphone-Schulung.

Im Rahmen des Unterrichts erstellen Schüler der Sekundarschule in Kleingruppen Dokumentationen zu den einzelnen Themenbereichen der Smartphone-Nutzung, die sie zuvor selbstständig erarbeitet haben. Nachbarschaftsberaterin Kathy Mulder hat diese Dokumentationen dann filmisch in Szene gesetzt. Der Link ist auf den Internetseiten der Sekundarschule und der Gemeinde Alpen zu finden, zusätzlich bekommen ihn die Teilnehmer noch per E-Mail zugesandt.

Das funktioniert bereits sehr gut, sagt Nachbarschaftskoordinatorin Sonja Böhm: „Links beherrschen unsere Senioren bereits alle und mit einem E-Mail-Programm können sie ebenfalls umgehen.“ Das erste Video ist bereits abrufbar, monatlich soll ein neues mit einer Länge von etwa drei Minuten hinzukommen.

Dabei wurden Fragen aufgegriffen, die in den Seminaren häufig gestellt wurden, zum Beispiel wie man ein neues Handy einrichtet, Notfallnummern und Kontakte speichert oder die Schriftgröße altersgerecht anpasst.

In weiteren Workshops wird den älteren Mitmenschen demnächst erläutert – ganz wichtig in Pandemiezeiten – wie eine Videokonferenz geschaltet wird oder welche Gefahren bei der Smartphone-Nutzung auf sie lauern. Auch lernen sie, wie eine App heruntergeladen und installiert wird. Die derzeit wohl wichtigste Anwendung, die Corona-App, findet leider nur selten den Weg auf Omas oder Opas Handy. Grund ist zumeist, dass die technische Anforderung dieser Anwendung bei den Smartphones älterer Menschen nicht gegeben ist. „Die meisten übernehmen ein älteres Handy ihrer Enkel“, so Bürgermeister Thomas Ahls.

Wenn die Corona-Pandemie irgendwann vorbei ist, sollen auch wieder Hausbesuche der Schüler erfolgen. Für Sonja Böhm rückt dann ein weiterer wichtiger Aspekt des Smartphone-Trainings in den Vordergrund: „Übers das Handy-Training entstehen zwischenmenschliche Kontakt, da wird dann auch mal gemeinsam gekocht.“