Alpen: Pfadfinder St. Ulrich gewinnen Klimaschutzpreis

Alpen: Pfadfinder sind Klimaschutz-Sieger

Der Klimaschutzpreis des Energieversorgers Innogy geht an den Pfadfinderstamm St. Ulrich in Alpen. Die Wölflinge haben zwei Hochbeete angelegt, die Jungpfadfinder Inesektenhotels gebaut. Das wird mit 1000 Euro belohnt.

Sie haben geschleppt, gebaut und gesät. Jetzt haben die jungen Pfadfinder dafür reiche Ernte eingefahren. Sie kassieren eine Klimaschutzprämie von 1000 Euro. Die hatte der Energieversorger Innogy an Preisgeld für den ersten Platz im Wettbewerb klimafreundlicher Projekte in der Region ausgelobt. Der Preis wird jährlich für Leistungen vergeben, die in besonderem Maße zur Verbesserung der Umwelt beitragen.

Das haben die Alpener Pfadfinder überzeugend geschafft. 26 Wölflinge haben mit Unterstützung im Frühjahr zwei Hochbeete in ihrer Oase „Nepicks Garten“ angelegt. „Das war mit viel Arbeit für die Sechs- bis Achtjährigen verbunden“, berichtet Anja Frings vom Pfadi-Vorstand. Nach dem Bau mussten die Hochbeete mit Erde befüllt werden. „Die Erde haben die Kinder in Säcken und Tüten von zu Hause angeschleppt“, erzählt Anja Frings. Walderde sorgt zusätzlich für eine gute nährstoffreiche Mischung.

So haben die gärtnernden Pfadfinder optimale Wachstumsbedingungen für Erdbeeren, Paprika, Kohlrabi und Kartoffeln geschaffen. „Aber auch unser Problem war im Sommer die lang anhaltende Trockenheit. Von den Kartoffeln haben wir kaum etwas ernten können“, so Frings. Die Erdbeeren wurden direkt beim Pflücken verzehrt. Das Gemüse landete in der Suppe für eine gemeinsame Mahlzeit.

Neben der Anlage des Hochbeets haben 25 Jungpfadfinder (zehn bis 13 Jahre) Insektenhotels gebaut. „Die künstlich geschaffenen Nist- und Überwinterungshilfen sind ein Beitrag gegen das Insektensterben“, sagt Innogy-Kommunalbetreuer Dirk Krämer. Die meisten Insektenhotels haben die Jungpfadis zu Hause im Garten aufgestellt.

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 Pädagogisch wertvolle Nebenwirkung: Die gemeinsamen Unternehmungen und das Engagement für den Naturschutz hätten die Gruppe weiter zusammenwachsen lassen, so die Stammesleitung. Zudem haben sich die Pfadis an Aufräumaktionen der Gemeinde beteiligt. „Unsere Treffen finden in Nepicks Garten draußen in der Natur statt. Da können wir durch das Hochbeet-Projekt die verschiedenen Zusammenhänge von Natur- und Klimaschutz vermitteln“, sagt Anja Frings.

Mancher Pfadfinder brachte Wissen mit. Für andere brachte das Projekt völlig neue Erfahrungen. Alles zusammen überzeugte die Innogy-Jury, als sie die Bewerbung um den Klimaschutzpreis aus Alpen vorliegen hatte. Kriterien wie Wirksamkeit für den Umweltschutz, Innovationsgrad, Kreativität, Vorbildwirkung, Nachhaltigkeit und persönlicher Einsatz wurden erfüllt. So wurde das Leitmotiv der Pfadfinder – „Verlasst die Welt ein bisschen besser, als ihr sie vorgefunden habt“ – eindrucksvoll umgesetzt. „Ein Hammerspruch“, lobt Dirk Krämer.

„Mit der Auszeichnung haben wir gar nicht gerechnet“, so Anja Frings. Thomas Janßen als Stellvertreter des Bürgermeisters überbrachte der jungen Mannschaft die Glückwünsche von Rat und Verwaltung. „Ihr habt einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft geleistet und gezeigt, wie Klimaschutz vor Ort funktionieren kann“, sagt Janßen. Die Urkunde bekommt im Pfadi-Haus einen Ehrenplatz. In den Hochbeeten herrscht über den Winter Ruh’. Im Frühling werden sie wieder mit Obst und Gemüse bepflanzt.

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