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Alpen: Neue Heizung für die Grundschule Veen

Schulpolitik in Alpen : Neue Heizung für die Grundschule

In Veen will die Gemeinde Alpen kräftig investieren, weil die jetzige Technik marode ist. Die Kosten für die Heizungs- und Lüftungsanlage werden auf 460.000 Euro geschätzt, der Erneuerung der Leitungen auf weitere 160.000 Euro.

In der Grundschule in Veen sind Rohrbrüche keine Seltenheit, und auch die Heizung fällt immer mal wieder aus. Zuletzt musst der alte Heizölbrenner kurzfristig ersetzt werden. Auch in der Turnhalle herrscht öfter mal schlechte Luft, weil die Lüftungsanlage sehr störanfällig ist. Ein Problem bei der Reparatur: Mängel können manchmal nur provisorisch behoben werden, weil Ersatzteile für die in die Jahre gekommene Anlage nicht mehr produziert werden. Fast noch gravierender: Mit dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 19.500 Litern Heizöl verbrennt die Schule rund 12.900 Euro pro Jahr und zählt zu Großverbrauchern unter den Immobilien der Gemeinde. Von Klimaschutz keine Spur.

Daher schlägt die Verwaltung der Politik vor, Geld in die Hand zu nehmen um die Technik auf die Höhe der Zeit zu bringen. Der Bauausschuss hat die Verwaltung beauftragt einen Fördertopf anzusteuern. Über die Investition soll im Zuge der Beratung über den Haushalt 2020 entschieden werden.

 Die alte Heizungsanlage in der Veener Schule soll ersetzt werden.
Die alte Heizungsanlage in der Veener Schule soll ersetzt werden. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Die Heizzentrale im Keller des Schulgebäudes sorgt dafür, dass es in den Klassen, im angrenzenden Heimatmuseum und in der Turmhalle auch im Winter angemessen warm ist. Der Kessel, Baujahr 1997, liefert 345 Kilowatt. Die Umwälzpumpen für die drei Heizkreise sind inzwischen elektronisch nachgerüstet und hoch effizient. Hohe Abgastemperaturen so Fachleute, würden aber darauf hindeuten, das die Leistung des Kessels zu wünschen übrig lässt. Wärme geht auch deshalb verloren, weil die Leitungen aus verzinktem Stahl, Rotguss und Kupfer größtenteils ungedämmt sind. Die vorhandene Dämmung entspreche nicht der geltenden Energiesparverordnung.

 Auch die Leitungen unter der Schule sind zum Teil marode.
Auch die Leitungen unter der Schule sind zum Teil marode. Foto: Fischer, Armin (arfi)
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Die Wärmeversorgung in der Turnhalle geschieht über zwei Kreisläufe.Einer versorgt Heizkörper an der Hallenwand und im Umkleidetrakt. Der zweite Kreis bedient den Wärmetauscher der Lüftung mit einer Leistung von 7200 m3 pro Stunde. Wärmerückgewinnung findet nicht statt, das Baujahr der Anlage ist „nicht mehr zu erkennen“. Experten gehen von Anfang bis Mitte der 70er Jahre aus.

Auch Teilstränge der Trinkwasserleitungen gelten als nicht oder sehr schlecht gedämmt. Die Fachleute gehen davon aus, das Heizung und Lüftung allenfalls noch eine Lebensdauer von einem bis fünf Jahren haben. Auch das Risiko, dass der Schornsteinfeger die Anlage wegen miserabler Abgaswerte stilllegt, wachse.

Die Verwaltung stellt zwei Lösungsstrategien gegenüber. Die eine kommt aber wohl eher nicht infrage: Die Anlage bis zum Ausfall betreiben, Leitungen dämmen und für den Notfall ein „Heatmobil“ ordern. Aber das kostet für den ersten Monat 3300 und für die folgenden Monate jeweils 2000 Euro Miete.

Die Verwaltung favorisiert eine umweltfreundliche, zudem kostengünstige Pellet-Erdgas-Heizung. Die Heizkosten könnten um ein Viertel reduziert werden, der CO2-Ausstoß gar um 80 Prozent (etwa zehn Tonnen pro Jahr). Für die Turnhalle empfehlen die Planer Deckenstrahler. Vorteil: geräuscharm, kein Umwälzung der Luft und gleimäßige Temperaturen. Die Strahlungswärme sei im Prinzip der Sonne nachempfunden und werde vom Menschen „sehr behaglich und natürlich“ empfunden. Und sie spare Energie: Sie durchdringe in Form elektromagnetischer Wellen die Luft und werde erst beim Auftreffen auf feste Körper in Wärme umgewandelt. Die Lüftung soll erneuert und mit einem Wärmerückgewinnungsmodul ausgestattet werden.

Das Planungsbüro empfiehlt zudem die komplette Sanierung der Leitungen, da der jüngste Gebäudeteil bereits 53 Jahre alt ist und Rohleitungen eine theoretisch maximale Lebensdauer von 40 Jahren hätten. Bei einer neuen technischen Anlage seien zudem weiter Rohrbrüche programmiert. Auch über die die Trinkwasserleitungen müsse nachgedacht werden.

Die Kosten für die Heizungs- und Lüftungsanlage werden auf 460.000 Euro geschätzt, der Erneuerung der Leitungen noch einmal mit 160.000 Euro. Die Politik hat die Verwaltung beauftragt, die Förderoption zu ziehen, die mit der Stelle des Klimaschutzmanagers Luuk Masselink verbunden ist.