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Alpen: Menzelen gratuliert Robert Vingerhoet zum 90. Geburtstag musikalisch

Robert Vingerhoet in Menzelen-Ost :  Jagdhorn-Ständchen für einen 90-Jährigen

Viele Gratulanten besuchten Robert Vingerhoet auf dem Weyerhof in Menzelen-Ost. Für den Jubilar gehört die Musik zu seinem Leben wie auch die Liebe zur Familien- und Dorfgeschichte.

Es schallte weit hinein in den winterlichen Abend. 32 Jahre lang war Robert Vingerhoet als Vorsitzender der Menzelener Jagdgenossenschaft äußerst beliebt. „Er war immer ein fairer Vertreter für die Jagdgesellschaft“, sagt Adolf Tooten, der mit seiner Jagdhornbläsergruppe zum Weyerhof in Menzelen-Ost gekommen war, um dem Landwirt im Ruhestand ein gebührendes Ständchen zum 90. Geburtstag zu bringen. „Hoch soll er leben“, auf Hörnern geblasen, da war der Jubilar sprachlos.

Eine größere Freude hätten ihm die langjährigen Weggefährten kaum machen können. Die Musik war ein bedeutender Teil seines Lebens. 61 Jahre war er Mitglied des örtlichen Kirchenchores, ein halbes Jahrhundert ist er seiner Leidenschaft im Doppelquartett Wesel nachgegangen, bis seine Ohren nicht mehr so richtig mitmachten.

Ansonsten geht es dem Geburtstagskind aber „ganz gut“, was keinesfalls selbstverständlich ist. „Ich habe Ahnenforschung betrieben und dabei festgestellt, dass niemand meiner Vorfahren so alt geworden ist wie ich“, sagt der 90-Jährige und nennt auch den Grund. „Das liegt wohl daran, dass ich eine Frau hatte, die immer ruhig geblieben ist“, so Vingerhoet, der seinen Namen niederländischen Vorfahren verdankt, die im 17. Jahrhundert aus dem Gebiet des heutigen Belgien an den Niederrhein gekommen sind.

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Die Geschichte, vor allem die seiner Heimat, ist die zweite große Leidenschaft des Landwirtes. Das weiß auch der Verein für Geschichte und Brauchtum Menzelen zu schätzen, den Vingerhoet als Fachberater für Landwirtschaft nicht nur bei den Dorfchroniken unterstützt. „Robert Vingerhoet hat die ursprünglichen Namen von 30 Höfen und Katstellen in Menzelen recherchiert. Wir haben daraufhin Schilder anfertigen lassen und sie hier auf dem Hof an die jetzigen Eigentümer verteilt“, berichtete der Vorsitzend Robert Moog.

Selbstverständlich kennt sich der rüstige Jubilar auch bestens über den Hof aus, auf dem er in fünfter Generation lebt: „1855, ein Jahr, bevor dieser Hof gebaut wurde, gab es hier ein Hochwasser. Also hat man beschlossen, Wohnhaus und Ställe auf einem Sockel zu errichten.“ Für diesen Sockel hat man neben dem Baugrundstück jede Menge Erde ausgehoben. Das so entstandene Loch lief irgendwann voll Wasser, es entstand ein Weiher oder altdeutsch Weyer. Der hat der Straße seinen Namen gegeben.

Wie weitsichtig die Familie damals gehandelt hatte, zeigte sich beim großen Hochwasser anno 1926. „Der Hof war vom Wasser umflutet, aber Ställe und Wohnhaus waren nicht betroffen“, so Vingerhoet.

(erko)