Alpen: Marienstift baut sechs betreute Appartements in Ginderich

Seniorenwohnen in Alpen : Betreutes Wohnen im Ex-Pfarrhaus

Das leer stehende Pfarrhaus von St. Mariä Himmelfahrt in Ginderich wird umgebaut.

Das ehemalige Pfarrhaus im Wallfahrtsort Ginderich wird umgebaut. Über den aktuellen Stand der Abrissarbeiten, die weiteren Umbaupläne und die neue Bestimmung des Gebäudes informierten jetzt Leitender Pfarrer Dietmar Heshe und Andreas Heßeling, Geschäftsführer vom Marienstift in Alpen, sowie Willi Keisers als Vertreter des Marienstift-Aufsichtsrates.

„Wir haben das Pfarrhaus von St- Mariä Himmelfahrt bereits vor zwei Jahren frei werden lassen. Pastor Berthold Hennes wohnt in Alpen“, erläuterte Heshe. Erste Abrissarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Nun wird das ehemalige Pfarrhaus in ein Gebäude mit „Betreutem Wohnen“ umgewandelt.

Das Weseler Architekturbüro Jaeger führt die Arbeiten aus und baut sechs Wohneinheiten in der Größe von 35 bis 42 Quadratmetern. Das Marienstift in Alpen – Pflegeheim und Tagespflege – bekommt damit in der weitläufigen Groß-Pfarrei eine Dependance auf dem Gebiet des kommunalen Nachbarn Wesel. Später soll in Büderich eine Tagespflege mit 14 Plätzen dazu kommen.

In Alpen stehen 25, in Büderich 20 Wohneinheiten für diese Art des betreuten Zusammenlebens zur Verfügung. Eigentümer des Pfarrhauses bleibt die Kirchengemeinde St. Ulrich. Auf dem Grundstück baut das Marienstift nach Erbbaurecht. „Bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum für die älteren Menschen fehlt. Wir liegen bei etwa sieben Euro pro Quadratmeter“, erläutert Geschäftsführer Andreas Heßeling den Mietpreis.

Im ehemaligen Pfarrhaus wird eine lebendige Gemeinschaft selbstständig, sicher und barrierefrei im Alter zusammenleben können. Voraussetzung ist ein Betreuungsvertrag. Zusätzliche Hilfsleistung und Pflege können dazugebucht werden. Die Sozialstation ist vor Ort, wie auch feste Ansprechpartner und die ambulante Pflege.

„Wichtig ist uns bei dem Projekt, dass der ältere Mensch in seiner angestammten Umgebung bleibt, Wohnen und Teilhabe ihm weiterhin vor Ort in seinem vertrauten Lebensumfeld möglich sind“, so Pastor Heshe. Das Prinzip „Mitten im Leben und im Alter nicht am Rand“ wird in Ginderich konkret umgesetzt. Ideal ist die räumliche Anbindung an das Pfarrheim nur einige Schritte weiter, wo mit Angeboten für Senioren Gemeinschaft und Geselligkeit gepflegt wird. „Die Bewohner leben ihre Eigenständigkeit“, so Willi Keisers.

Ausgestattet wird jede Wohneinheit mit einer Küche. Im Keller befindet sich die Waschküche. „Das Haus bekommt einen Aufzug“, so Architekt Otfried Jaeger. Die Nachfrage, bestehende, nicht mehr benötigte Immobilien einer neuen Nutzung zuzuführen, sei steigend. Das Pfarrhaus verfügt über eine gute Grundsubstanz. „Bewahrt wird die Optik des Pfarrhauses. Angestrebt wird eine lebendige Kombination aus Alt und Neu. Modern wird der seitliche Kubus.“, ergänzen die Planer Jörg Sperhak und Gabi Lenzen.

Um- und Neubau werden ohne öffentliche Fördermittel gestemmt. „Ende April geht es mit den Baumaßnahmen weiter“, so Heshe. Im Sommer 2020 soll das Haus bezugsfertig sein, so die Planungen. Schon jetzt gebe es erste Anfragen.

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