Alpen: Landjugend in Veen veranstaltet die Neuauflage des Treckerkinos

Landjugend in Veen : Filmerlebnis mit mächtig PS unterm Sitz

Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren bietet die Katholische Landjugendbewegung Veen am 14. September erneut ein Trecker-Kino an. Vor einer 60 Quadratmeter großen Leinwand versammeln sich bis zu 400 Traktoren.

Die Premiere lockte deutlich mehr als 500 Zuschauer auf die Wiese hinter dem Spargelhof Schippers. Viele kamen mit mächtig Dampf unter der Haube zu dem ungewöhnlichen Event der rustikalen Art. Obwohl die einfallsreiche Veener Landjugend beim Auftakt unterm Strich draufgezahlt hat, lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie macht’s noch einmal. Am Samstag, 14. September, geht an gleicher Stelle unter freiem Himmel die zweite Folge des Trecker-Kinos über die Leinwand. Der Film steht noch nicht fest. Aber die Organisation des Spektakels ist längst angelaufen. Plakate weisen auf den ungewöhnlichen Kinoabend hin. Und es gibt bereits Karten: zunächst nur online, aber schon bald auch an den Vorverkaufsstellen der Region.

Die Karte ist mit 15 Euro um fünf Euro teurer als bei der Premiere im Sommer vor zwei Jahren. Damals flimmerte die Komödie „Kindsköpfe“ über die Großleinwand. Doch neue, unerwartete Kosten, so sagt Lukas Hegmann von der Landjugend, würden einen Großteil des Aufpreises „schon wieder auffressen“. Das Event, das die Landjugend nicht nur personell, sondern auch finanziell stark fordert, ist nur möglich, weil zahlreiche Unterstützer von der Idee begeistert sind und die Filmnacht auf dem Lande sponsern. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Hegmann.

Wieder wird nicht gekleckert, sondern geklotzt, was das Zeug hält. „Auf der Wiese wird eine 60 Quadratmeter große Riesenleinwand aufgerüstet. Top-Technik verspricht Bilder in HD-LED-Qualität“, erzählt Hegmann. Auch das Soundsystem, das die Veener Landjugend installiert, lässt nach eigener Einschätzung keine Wünsche offen. „Die Traktoren stehen im Oberrang im Halbkreis am Hang mit freier Sicht auf die Leinwand“, sagt Hegmann, der verschämt einräumt, „dass wir uns, genau genommen, schon auf Xantener Gebiet befinden“.

Die Traktor-Fans sind bei der Premiere zahlreich herbeigerattert, scheuten auch keine weiten Wege, um aus dem Cockpit heraus den Film zu gucken. Selbst aus dem Münsterland gab es Fans. „Manche bringen ihr Sofa auf dem Frontlader mit, um’s sich besonders bequem zu machen“, erzählt Hegmann. „Unter den Fahrzeugen befinden sich Oldies, aber auch hypermoderne Kraftprotze.“

Zu sehen gibt es also nicht nur auf der Leinwand Interessantes, sondern mit den Traktoren auch auf der Wiese. Doch Hegmann versichert: „Auch Leute, die ohne Trecker kommen, müssen nicht draußen bleiben oder stehen.“ Für sie gibt es auf Ladeflächen von Lastkraftwagen einen bequemen Klappstuhl oder einen Ehrenplatz auf Strohballen. Decken mitbringen, ist ebenfalls erlaubt.

Verboten ist es dagegen, eigene Getränke oder sonstige Verpflegung mitzubringen. Für die Versorgung des Publikums sorgt die Landjugend mit Sinn für cineastische Atmosphäre. Frisches aus der Popcornmaschine, Chips, Eis und diverse Getränke finden sich an Bord des rollenden Kiosks, der zwischen den Besucherreihen unterwegs ist und keine Wünsche offen lässt. „Da kommt garantiert Kino-Feeling auf“, verspricht Laura Holland.

Einen Vorfilm wird es nicht geben. „Das ist viel zu teuer“, erklärt Vincent Schreiber vom KLJB-Vorstand knapp. Damit die Wartezeit bis zur Vorführung in der Dämmerung für die Zuschauer nicht zu lang wird, haben sich die Veranstalter eine ganz spezielle Art der Unterhaltung ausgedacht. Sie bauen Leistungsprüfstände auf, an denen auf der Anzeigetafel für jeden sichtbar wird, was die einzelnen Trecker so wegziehen. Traktor-Pulling der digitalen Art.

 Wenn der Abspann läuft, gehen im Zelt auf dem 1,5 Hektar großen Gelände die Disco-Lampen an. Bei der After-Film-Party legt das DJ-Team „BaLu“ auf. Traktor-Piloten, die ein oder mehr Bierchen trinken möchten, können ihren PS-Boliden stehen lassen. Die Security wacht darüber, dass nichts wegkommt.

Die KLJB hat Platz für rund 400 Traktoren und erwartet rund 1000 Zuschauer. Da es nur eine begrenzte Anzahl von Eintrittskarten gibt, rät Mitorganisatorin Holland, sich im Vorverkauf ein lauschiges Plätzchen zu sichern: „Nach dem Erfolg bei der Premiere ist nicht auszuschließen, dass wir am Kinoabend ausverkauft sind“, ergänzt sie.