Grenzenlose Verbundenheit Aus Kolumbien zum Lauftreff in Alpen

Alpen · Helmut Schmitz ist vor zehn Jahren nach Südamerika ausgewandert. Dort lebt er mit seiner Frau Lutz Angela. Nachdem er sich von einem Schlaganfall erholt hatte, hat er nun seine alten Laufkumpels von der LG Alpen besucht. Es gab viel zu erzählen.

 Helmut Schmitz (vorne in der Mitte) lebt seit zehn Jahren in Kolumbien. Nun hat er die alten Lauffreunde besucht.

Helmut Schmitz (vorne in der Mitte) lebt seit zehn Jahren in Kolumbien. Nun hat er die alten Lauffreunde besucht.

Foto: LGA

Helmut Schmitz lebt seit zehn Jahren mit seiner Frau Luz Angela in Kolumbien, in der Großstadt Santa Marta mit etwa 550.000 Einwohnern unmittelbar an der Karibik-Küste. Nun hat das Paar mit den ehemaligen Lauffreundinnen und Lauffreunden der LG Alpen ein Wiedersehen gefeiert. Dieses Treffen fand im schmucken Vereinsheim der Leichtathleten statt.

Helmut Schmitz ist wie acht weitere Mitglieder seit 40 Jahren Teil der Leichtathletik-Gemeinschaft. Obwohl er an den Folgen zweier Schlaganfälle leidet und linksseitig gelähmt ist, hat er es sich nicht nehmen lassen, mit seiner Frau die strapaziöse Reise in die Heimat anzutreten, um mit den alten Laufkumpels noch mal auf viele Laufevents zurückzublicken.

Weil Helmut Schmitz bei der Feier des 40-jährigen Bestehens der LG im Herbst längst wieder in seine neue kolumbianische Heimat zurückgekehrt ist, hat er jetzt schon die Ehrenurkunde vom LG-Vorsitzenden Günter Bachmann erhalten. Von seinen Lauffreunden und -freundinnen gab es eine Bildcollage von allen Ortsteilen Alpens, eine Tasse mit einem Foto vom Start beim New-York-Marathon im Jahr 1984 und ein Mousepad mit einem Foto, das entstanden ist, als er von seinen Laufkameraden vor der Reise über den „großen Teich“ verabschiedet worden ist.

Im Gespräch mit Luz und Helmut Schmitz hat Herbert Oymann, Ehrenvorsitzender der LG Alpen, einiges über die Lebensumstände im fernen Kolumbien erfahren. Mehr als 10.000 Kilometer sind beide mit dem Auto von Kolumbien aus durch Südamerika gereist – durch Ecuador, Peru und Chile. Andere Länder kennenzulernen, war ein Ziel der weiten Reise über den Kontinent, aber auch alte Arbeitskollegen wiederzusehen, mit denen Helmut Schmitz weltweit auf Montage gewesen ist. In Chile hat er dann den Schlaganfall erlitten – den ersten auf der Reise, den zweiten unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.

Glücklicherweise, so sagte Schmitz, sei er schnell ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo der Schlaganfall sofort erkannt und behandelt worden sei. Die medizinische Versorgung im Krankenhaus sei hervorragend gewesen, vergleichbar mit mitteleuropäischem Standard. Überhaupt sei das Gesundheitswesen in Südamerika und eben auch in Kolumbien nicht so schlecht, wie hierzulande vielfach vermutet werde.

Von Chile zurück nach Kolumbien ist Helmut Schmitz mit dem Auto gefahren. Die Ärzte hatten ihm absolutes Flugverbot erteilt. Sein kolumbianischer Schwager wurde als Fahrer „angeheuert“, er kam aus den USA angereist. Seine Frau Luz übernahm die Pflege. Nach mehr als 34 Tagen und über 10.000 Kilometern Autofahrt war der Patient und sein Team wieder zu Hause. Die Rückbank des Pkw war für den Mann mit einer Größe von 1,83 Metern als Liegefläche umgerüstet worden.

„Meine sportliche Heimat mit und bei der LG Alpen werde ich nie vergessen“, sagte Schmitz. „Wir haben so viele Marathons absolviert: New York, zwei Mal Berlin, München, Hamburg, Duisburg, Essen, Bremen und viele, viele Stadtläufe.“

Trotz seines Schlaganfalls sei er dankbar für eine tolle Zeit mit schönen Reisen, Feiern und zahllosen Trainingsabenden.

„Das alles wird stets in meiner Erinnerung bleiben und ermutigt mich, weiter gegen die Folgen des Schlaganfalls anzukämpfen und nicht aufzugeben“, so Schmitz. Er trainiere täglich, das Sprechen falle ihm mehr und mehr leichter, und die Aussprache werde deutlicher. Die LG Alpen verabschiedete Luz und Helmut Schmitz mit den besten Wünschen und freut sich auf ein Wiedersehen. Irgendwann.

(bp)
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