Alpen: Kräuter machen in Berlin Appetit auf Genussregion Niederrhein

Niederrhein auf der Grünen Woche : Kräuter machen Appetit auf Niederrhein

Am Freitag beginnt in Berlin die „Grüne Woche“. Auch Betriebe aus Alpen, Sonsbeck und Xanten vertreten dort die „Genussregion Niederrhein“.

Kräuter haben von alters her einen ganz besonderen Stellenwert. Ihnen werden oft wundersame Heilkräfte zugeschrieben, die in vielen Fällen längst von der Schulmedizin, also wissenschaftlich, bestätigt worden sind. Manches Kraut schmeckt richtig gut, veredelt gutes Essen und wird in der Küche hoch geschätzt.

Was könnte es also Besseres geben, Lust zu machen auf die „Genussregion Niederrhein“. Am Freitag beginnt in Berlin wieder die „Grüne Woche“. Ute (58) und Reinhard Schenkendorf (60) machen sich von Bönning-Rill aus auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Am Samstag sind sie in Halle 5.2a am Stand 167 zu finden. Dort vertreten die Kräutergärtner mit 16 weiteren Genussbetrieben aus den Kreisen Wesel und Borken, die in der Gruppe „Feines vom Land“ zusammengeschlossen sind, die Region und und bringen Messebesucher auf guten Geschmack.

Winterliche Einblicke: Das Stilleben in der Karre konserviert einen Eindruck davon, was bald wieder in den halbrunden Gewächshäusern blüht. Foto: bp

Die Schenkendorfs sind bereits zum siebten Mal dabei. Sie freuen sich riesig auf ihren Auftritt. „Es ist total spannend mit den vielen internationalen Gästen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen“, sagt Reinhard Schenkendorf. Der schickte seine teils empfindlichen Pflänzchen nicht im Sammeltransporter auf die Reise, sondern nimmt sie lieber im eigenen Kombi mit. „Man weiß ja nie, wie die Bedingungen unterwegs sind“, sagt der 60-Jährige, der am Samstagmittag auch eine Viertelstunde auf der NRW-Bühne steht, um über „Natur und Gärten als Lebens- und Arbeitswelt“ zu diskutieren.

Im Kofferraum verstaut er aus seinen markanten Gewächshaus-Halbröhren im Riller Feld „Kräuter, die auch im Winter wachsen und geerntet werden und somit in der Küche unmittelbar nutzbar sind“. Ein geschmackliches Erlebnis ist die „Ewige Gartenkresse“ – ein Pfefferkraut. Der Kräutermann reicht ein sattgrünes Blättchen und ermuntert dazu, es zu kauen. Mit leichter Verzögerung entfaltet es eine überraschende Schärfe. „Da kommt noch was“, sagt Kräuterfee Ute Schenkendorf. Kein leeres Versprechen. Erstaunlich zart, aber extrem aromatisch. Die Kresse verfeinert Soßen, Dipps oder Pfannengerichte.

Die bissfesten Blättchen sind sehr gesund. Schon im 12. Jahrhundert schätzte die Universalgelehrte Hildegard von Bingen die Heilwirkung des Senföls, das die Abwehrkräfte stärkt. Auch das pikante Löffelkraut, reich an Mineralien und Vitaminen, wirkt antibiotisch, ist als Tee ideal zum Gurgeln, so die Kräuterexperten vom Niederrhein. Für sie ist der Winter Erholung. Die arbeitsreiche Saison nimmt erst im Frühjahr wieder Fahrt auf.

Kräutergärtner Reinhard Schenkendorf aus Bönning-Rill zieht seine Pflänzchen in Gewächshäusern, die wie halbrunde Röhren ausschauen. Foto: bp

Auch der milde Rapunzelsalat, echte Alternative zum Feldsalat, und die würzig scharfe Barbarakresse sind an Bord. Barbara ist reich ist an Vitamin C, wie’s auf dem laminierten Kärtchen mit Basis-Infos für Messebesucher steht. „Wenn wir an den Fragen merken, dass wichtige Infos fehlen oder etwas unklar bleibt, bessern wir die Kärtchen nach“, sagt Ute Schenkendorf. So erfährt man beispielsweise, das „Ewiger Kohl“ nicht den inzwischen verstorben Altkanzler meint, sondern ein nussig schmeckendes Wintergemüse, das hervorragend zu deftigen Eintöpfen passt. Die jungen Blättchen schmecken roh köstlich und werden für gesunde Smoothies gern genommen.

Die Schenkendorfs vermitteln die Faszination ihrer Zöglinge über alle Sinne: Sie erklären, zeigen, lassen riechen – die Balkankresse hat Koblauchqualitäten – und probieren. „Aber wir nehmen aus den vielen Gesprächen auch Anregungen mit“, sagt Reinhard Schenkendorf. „So sehen wir, was noch interessant sein könnte.“ Kräuter lägen voll im Trend. „Viele ziehen sogar welche, die oft auch schön blühen, auf dem Balkon und pflanzen gar keine Geranien mehr“, sagt der Kräutermann. Manche brächten selbst Samentütchen mit spannenden, noch geheimnisvollen Gewächsen mit zum Stand.

Für die Genussregion Niederrhein sind auch der Moerenhof aus Xanten (Sonntag), und am Montag aus Sonsbeck die Landfleischerei Hawix sowie Korbflechterin Margret Schiffer auf der Grünen Woche.

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