Klassische Musik Die Magie der sieben Saiten

Alpen · Das „Duo in Re“ war mit besonderen Instrumenten in der Amalienkirche zu Gast.

 Anja Engelberg und Premek Hájek brachten Instrumente mit, die eher selten zu hören sind.

Anja Engelberg und Premek Hájek brachten Instrumente mit, die eher selten zu hören sind.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Der Musik- und Literaturkreis Alpen hat erneut ein besonderes Konzert in seinem Programm geboten. Das Duo Anja Engelberg und Premek Hájek besuchte die Amalienkirche. Die beiden Musiker wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und begeistern ihr Publikum im In- und Ausland mit der so genannten Alten Musik. Als „Duo in Re“ hatten die Beiden besondere Instrumente im Gepäck, die eher selten zu hören sind: Viola da gamba, Barockgitarre und die beeindruckende lange Theorbe als typische Instrumente jener Zeit. „Die Magie der sieben Saiten“ ist das Programm überschrieben, das in die Welt der französischen Barockmusik entführt.

Gambe und Barockgitarre gaben dazu die sanften Klangfarben. Als Komponisten und Meister in ihrem Fach gelten Marin Marais, Roland Marais, Jacques Morel und Antoine Forqueray. Deren Schaffensperiode lag im 17. und 18. Jahrhundert, einer Zeit, die als Blütezeit der großen Gambisten gilt. Das „Duo In Re“ stellte diese Komponisten in den Mittelpunkt des Konzerts, wobei es Marin Marais, dem damaligen Star in der Szene, den Löwenanteil gab.

Marin Marais avancierte schnell zum Publikumsliebling, der mit seinen lebendigen Tanzsuiten für eingängige Melodien sorgte. Virtuosität und spezielle Effekte zeichnen seinen Kompositionen aus, wie bei der Suite in G-Dur oder dem Schlussstück „Folies d‘Espagne“ zu erleben ist. Es sind die kleinen Geschichten, die Anja Engelberg und Premek Hájek erzählten und die die damalige Musikszene so lebendig erscheinen lassen.

So galt Antoine Forqueray in der Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. als überaus modern. Forqueray ließ sich bereits von italienischen Melodien inspirieren. Kompositionen aus seiner Feder galten als gefühlsbetont mit dem Hang extrem zu sein. Zeitgenossen sagten ihm nach, wie ein Teufel zu spielen, „während Marin Marais wie ein Engel spielte“, so Anja Engelberg über die Überlieferung der musikalischen Ausdrucksstärke und Temperamente. Imposant erwies sich die Theorbe. Sie kam als Begleitinstrument zur Viola da gamba zum Einsatz.

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