Alpen: Kirchengemeinde St. Ulrich versucht neue Wege in der Gottesdienstgestaltung

Kirche in Alpen : Kirche auf dem Weg mitten ins Leben

Die Pfarrgemeinde St. Ulrich möchte im Mai eine Woche lang „Kirche mal anders“ erlebbar machen – auch außerhalb der Kirchenmauern. Dabei spielen Laien und Ehrenamtliche mit Blick auf die Zukunft eine ganz zentrale Rolle.

Mitte Mai möchte die katholische Kirchengemeinde St. Ulrich eine Woche lang auf vielfältige Weise deutlich machen, dass Gott auch außerhalb von Kirchenmauern mitten im Leben, im Alltag entdeckt und gefeiert werden kann. Dabei soll bewusst werden, dass es dazu nicht zwingend einen Priester braucht. Laien und Ehrenamtler übernehmen die Gestaltung. „Ulrichs Mai-Woche“, so der lapidar flotte Titel, will von Sonntag, 12., bis Samstag, 18. Mai, an sieben Tagen „Kirche mal anders“ erfahrbar machen – an allen Schauplätzen der fusionierten Großgemeinde.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass Kirche in Zukunft mit immer weniger Priestern auskommen muss“, erläutert Dietmar Heshe als Leitender Pfarrer von St. Ulrich. „Somit müssen Gemeinden zunehmend auf den Dienst von Laien zurückgreifen, um eine lebendige Gemeinschaft von Gläubigen zu bleiben.“ Daher möchte St. Ulrich die seelsorgerliche Krise auch als Chance begreifen, in der Pastoral neue, zukunftsorientierte Wege zu beschreiten, um den Umbruch, vor dem die Kirche steht, „mutig, offen und tolerant“ zu gestalten.

Die Woche mit dem Untertitel „glauben, leben, feiern“ wird maßgeblich von Laien und Ehernamtlern vorbereitet. Dabei geht Kirche raus in die Welt, in dem Fall in die Dörfer – hinaus zu den Menschen, um die christliche Botschaft „mitten im Leben“ zu entdecken. Die Gemeinde will möglichst vielen Leuten betend, singend, das Leben feiernd neue „lebendige Gottesdienst­erfahrungen“ ermöglichen. „Jeder, der sich angesprochen fühlt, ist eingeladen“, sagt Pastor Heshe.

Auftakt ist am Sonntag, 12. Mai, – am Muttertag – um 15 Uhr mit einem Familienfest unter freiem Himmel auf dem Waldspielplatz auf der Bönninghardt. Nach einer kurzen, kindgerechten Segensfeier steht die fröhliche Begegnung im Mittelpunkt des Treffens mit Kaffee und Kuchen sowie Spielen und Aktionen für die ganze Familie. Am Montag, 13. Mai, steht um 20 Uhr in St. Peter in Büderich zum Ausklang des Tages meditative Musik im Mittelpunkt. Die ökumenische Chorgemeinschaft stimmt bei Kerzenschein eingängige Taizé-Gesänge an und lädt dazu ein, einzustimmen in den Chor. Gebet und Stille tragen zur Atmosphäre in der Tradition der klösterlichen Gemeinschaft bei.

Am Dienstag, 14. Mai, steht auch in St. Nikolaus in Veen Musik im Mittelpunkt des gelebten Glaubens. Der Kirchenchor greift mit Liedern und Gebeten die anglikanische Tradition der „Evensongs“ auf. Weiter geht’s im Marien-Monat Mai am Mittwoch, 15. Mai. Dann heißt es um 18.30 Uhr an der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt Ginderich „Unterwegs mit Maria“. Die Pilger starten an der Mariengrotte in der Kirche. An den Stationen werden unterschiedliche Impulse gesetzt, es wird gesungen und gebetet. Die Wallfahrt klingt gesellig aus bei einem Glas Maibowle. Am Donnerstag, 16. Mai, wird das neue Pfarrheim von St. Walburgis in Menzelen zum „Sammelpunkt“. Das ist durchaus kollektiv wie individuell zu verstehen. Unter der Online-Formel „YouGod“ wollen Video-Sequenzen und modernere Musikstücke vornehmlich junge Leute ansprechen. Snacks und Getränke gehören dazu. Am Freitag, 17. Mai, geht „Gott auf die Straße“. Adressat der Segensfeier bei Brot und Wein auf der Graf-Gumprecht-Straße sind Neubürger im Baugebiet Alpen-Ost.

Mit einem Werkstatttag ab 10 Uhr geht „Ulrichs Mai-Woche“ am Samstag, 18. Mai, zu Ende. Für ganz unterschiedliche Zielgruppen in den einzelnen Teilen der großen Kirchengemeinde sind teils namhafte Referenten verpflichtet worden, die an allen Filial-Standorten Anregungen für neue Wege in der Gemeindepastoral und kreative Gestaltungsformen für Gottesdienste vermitteln möchten, um Kirche, Glaube und Leben mal ganz anders wahrzunehmen. Am Ende steht um 17 Uhr ein lebendig gestalteter Gottesdienst in St. Ulrich an.

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