Alpen: Jörg Banemann und Peter Nienhaus helfen als Schülerlotsen aus

Schülerlotsen in Alpen : Alpener Fraktionsvorsitzende helfen als Schülerlotsen aus

Jörg Banemann (SPD) und Peter Nienhaus (Grüne) haben sich spontan entschieden, den Grundschülern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen, nachdem der bisherige Lotse Theo Schmitz längerfristig ausfiel. Beide haben schnell Spaß an ihrem neuen „Job“ gefunden.

Mit der viel beachteten Aktion „Sicherer Schulweg“ hatten Alpens Grundschüler im Februar auf Gefahren aufmerksam gemacht, die dadurch entstehen, dass Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto bis an den Schulhofrand fahren. Mit Erfolg, sagt der Bezirksdienstbeamte der Polizei, Andreas Mötter: „Der gefährliche Sackgassenbereich der Lindenstraße mit den wendenden und entgegenkommenden Fahrzeugen wird seitdem gemieden.“

Weiteres probates Mittel, die vielen Elterntaxis fernzuhalten, ist die Bring- und Holzone am Adenauerplatz. Nachteil: Die Kinder müssen über die Straße geleitet werden. Ausgerechnet jetzt fällt jedoch mit dem Schülerlotsen Theo Schmitz eine wichtige erfahrene Kraft längerfristig aus. Doch für Ersatz sorgen nun zwei Freiwillige aus dem Gemeinderat: Mit den Fraktionsvorsitzenden Jörg Banemann (SPD) und Peter Nienhaus (Grüne) meldeten sich am Donnerstagmorgen zwei ehrenamtliche Verkehrshelfer pünktlich um 7.30 Uhr zum Dienst.

Polizist Mötter zeigte sich erleichtert: „Wenn zu einem Zeitpunkt, an dem die Bring- und Holzone endlich gut angenommen wird, Schülerlotsen fehlen, fahren die Eltern doch gleich wieder zur Schule durch.“ Für Peter Nienhaus, inzwischen Ruheständler, ist es eine Selbstverständlichkeit, einzuspringen: „Ich habe selber vier Kinder und bin in Altersteilzeit. Da mache ich das gerne.“

Und auch Jörg Banemann musste nicht lange überlegen: „Als ich den Aufruf gelesen habe, wollte ich das unbedingt mal machen. Ich halte das für sinnvoll und bin begeistert, wie unkompliziert und schnell das in Alpen geht.“ Mit der knallgelben Warnweste und den großen Kellen sind die beiden Lotsen für Kinder und andere Verkehrsteilnehmer rasch zu erkennen.

Dennoch müssen sie behutsam zu Werke gehen, denn Sonderrechte haben sie keine. „In den fließenden Verkehr eingreifen geht nicht. Sie müssen schon auf eine Lücke warten, wie alle anderen auch“, so Polizist Mötter. Den erfahrenen Lotsen brauchte er das aber nicht sagen, und die Kinder vertrauen den beiden vom ersten Tag an wie ihren eigenen Opas. Man kennt sich nach kurzer Zeit.

„Es dauert nicht mehr lange, dann klatschen sie sich ab, wenn sie über die Straße gehen“, freut sich Andreas Mötter über das gute Zusammenspiel. Nienhaus und Banemann sind Verkehrshelfer auf Zeit. Sobald sich die Personalsituation wieder entspannt hat, werden sie abgelöst. Wenn sie das denn möchten. Jörg Banemann, der selber keine Kinder hat, hat sich schon nach wenigen Minuten entschieden: „Ich würde gerne weitermachen.“

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