Das Ende einer langen Durststrecke Der Circus Casselli aus Kevelaer macht Station in Alpen

Alpen · Mit der Tournee geht für die Zirkusfamilie aus Kevelaer eine schwierige Zeit zu Ende. In der Corona-Zeit gab’s keine Auftritte und somit auch kein Geld. Spenden haben der Zirkusfamilie geholfen zu überleben.

Der Zirkus Casselli macht auf seiner Tournee Station in Alpen.  Foto: Casselli

Der Zirkus Casselli macht auf seiner Tournee Station in Alpen. Foto: Casselli

Foto: Zirkus

Circus Casselli kann nach über zwei Jahren Corona-Stillstand wieder auf Tournee gehen und schlägt sein Zelt von Freitag, 6., bis Sonntag, 15. Oktober, neben den Forellenteichen an der Graf-Gumprechstraße in Alpen auf. Geboten wird ein Programm für die ganze Familie – ganz traditionell mit Artisten, Tieren und Clowns.

Das Team um die Direktion Giovanni und Angela Kaselowsky ist froh, endlich wieder in der Manege stehen zu können, um das Publikum mit einer rund zweistündigen Zirkusshow zu begeistern. Der aus Kevelaer stammende, in der sieben Generation geführte Familienzirkus bereist auf seiner Tour rund 45 Spielorte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Spektakuläre Artistik präsentieren unter anderem der erst 13-jährige Kiano am Trapez hoch unter der Zeltkuppel sowie Santino, der Handstände auf einem bis zu neun Meter hohen Turm aus balancierten Stühlen zeigt. Maximilian Renz fliegt an den Strapaten, speziellen Gurtbändern, durchs Zirkuszelt und zeigt kraftraubende Tricks, die manchem Zuschauer den Atem stocken lassen. Tempojonglagen und Balancen auf der sogenannten Rola-Rola werden vom Duo Napalo geboten. Auch der Tanz auf dem gespannten Drahtseil und ein echter Feuerschlucker fehlen nicht.

Tierisch wird es mit edlen Andalusier-Pferden, Shettlandponys, dressierten Bergziegen und einer kunterbunt gemixten Hundemeute. Dass Laufenten nicht nur den Garten schneckenfrei halten, sondern auch sehr intelligent und lernfähig sind, zeigt der erst siebenjährige Jack Jonny Jordan in einer kleinen Dressur-Nummer. Den roten Faden durchs Programm ziehen die Clowns Max und Moritz mit ihren Späßen.

Während der Coronazeit hat die Familie jeden Tag trainiert. „Es ist sehr frustrierend, wenn man täglich übt und sich fit hält, ohne zu wissen, wann es endlich wieder losgeht“, sagt Zirkusdirektor Giovanni Kaselowsky. Durchgehalten haben die Artisten dennoch. So sind neue Darbietungen entstanden. Sechs junge Andalusier-Pferde wurden von der „Vorschule“ bis zur Manegen-Reife gebracht. Ihre Vorgänger, vier holländische Friesen, hatten ein stolzes Alter erreicht und genießen nun ihren wohlverdiente Ruhestand auf einem Bauernhof im Siegerland.

Dankbar ist die Familie für die große Anteilnahme der Bevölkerung: „Zwei Jahre ohne Vorstellungen bedeuten auch zwei Jahre ohne Einnahmen. Da ist man dankbar für jeden Strohhalm“, so Angela Kaselowsky. Landwirte spendeten Heu und Stroh, Familien brachten Karotten und Äpfeln für die Tiere. „Wir Menschen konnten ja Hartz IV beantragen, aber die Tiere wollen ja trotzdem fressen. Ohne Hilfe aus der Bevölkerung wären wir verloren gewesen“, so die Zirkusdirektorin. „Umso glücklicher sind jetzt alle, dass wir endlich wieder unser eigenes Geld verdienen und viele seit langem offene Rechnungen bezahlen können.“ Das wichtigste aber sei: „Unser Publikum begeistern.“

(bp)
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