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Alpen: Im Sommer heiß diskutiertes Thema Windkraft verliert an Brisanz

Energiewende in Alpen : Dem heißen Thema Windkraft geht ein wenig die Luft aus

Es gab nur noch ein recht überschaubares Interesse bei der zweiten Bürgerversammlung für mögliche Standorte für Windräder in Alpen. Vorrangzonen würden die Zahl der möglichen Standorte reduzieren, so die Verwaltung.

Aus der im Sommer heißen Debatte um Windkraft in Alpen scheint derzeit ein wenig die Luft raus. Auf der Suche nach dem Ausweg aus der aktuellen Sackgasse, in der das planungsrechtliche Bemühen um Vorrangzonen für Windräder im Gemeindegebiet steckt, kamen jetzt nur noch rund 25 Interessierte zur zweiten Bürgerversammlung ins Pädagogische Zentrum. Das lag nicht nur an der Furcht vor Ansteckung mit Covid. Denn auch den Livestream im Internet hat nur gut ein Dutzend Leute verfolgt, sagte André Enge, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planung, auf Anfrage.

Viele hatten sich offenbar schon bei der ersten Runde, als es schwerpunktmäßig um den möglichen Standort Bönninghardt ging, über die grundsätzlichen Planungsalternativen des Rates informiert: festhalten an der Absicht, Konzentrationszonen im Gemeindegebiet auszuweisen, um alle anderen Standorte zu Tabuzonen zu machen – oder aber „nichts tun“ und alle Flächen freigeben, die baurechtlich offen sind.

Diesmal richtete sich der Blick im Detail auf den Winnenthaler Kanal. Hier ist die Aussage der Verwaltung eindeutig: „Ohne spezielles Planungsrecht sind hier mehr Windräder möglich als mit“, sagte Enge im Gespräch mit der Redaktion. Ursprünglich wollte ein Investor fünf Windriesen errichten. Nachdem das Land NRW die Abstände zur Wohnbebauung auf 1000 Meter reduziert hat, seien nach aktueller Einschätzung nur höchsten vier Anlagen in der bisher geplanten Zone möglich. Gibt der Rat den Weg frei, sei mehr als ein Quartett möglich. Dann komme auch der im Gebietsentwicklungsplan (GEP ’99) Richtung Burg Winnenthal ausgewiesene Kraftwerksstandort auch für Windräder in den Betracht.

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Die Fragen aus der Bürgerschaft hätten sich vornehmlich auf naturschutzrechtliche Belange bezogen. Enge sagte, dass der vom Aussterben bedrohte Rotmilan in der Niederung zwar fliege. Er habe allerdings nach eingehender Untersuchung hier keinen Horst gebaut.

Im Übrigen sei im Alpener Rathaus weiter nichts davon bekannt, dass ein Investor bereits einen konkreten Bauantrag für ein Windrad beim dafür zuständigen Kreis Wesel gestellt habe.

(bp)