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Alpen, Helau! klappt auch am Sonntag danach

Kinderkarnevalsumzug Alpen : Alpen, Helau! klappt auch am Sonntag danach

Vor einer Woche war der Alpener Kinderkarnevalszug sturmbedingt abgesagt worden. Jetzt zogen 25 Wagen und Fußgruppen durch den Ort. Rund 1000 Besucher waren da, schätzt die Polizei.

Als der Umzug am Tulpensonntag dem Sturm zum Opfer gefallen war, waren Cosima und Matti, Alpens Kinderprinzenpaar, noch todunglücklich gewesen. Doch jetzt, am Sonntag danach, zog der närrische Lindwurm durch den Ort und die Prinzessin strahlte: „Das ist ein komisches Gefühl, irgendwie cool.“ Und dieser Zug war deutlich länger als in den Jahren zuvor, insgesamt 25 Wagen und Fußgruppen machten sich auf den Weg. „Das ist beste Werbung für Alpen und unseren Zug. Viele sind zum ersten Mal dabei und denken vielleicht: Das ist schön hier, wir kommen im nächsten Jahr wieder“, erklärt Manfred Tönnis vom AKK.

Zu den Neulingen gehörte der örtliche Hundesportverein, deren Mitglieder Spontaneität bewiesen. „Wir haben uns am Dienstag angemeldet und schnell einen Hänger umgebaut. Für unsere Kinder ist das ideal. Im nächsten Jahr geben wir uns noch mehr Mühe“, verspricht Christian Westphal. Ein echter Hingucker war der knallrote englische Doppeldeckerbus der Karnevalsfreunde Bönninghardt, die den Hallenbesitzer überreden konnten, dass Ungetüm noch ein paar Tage länger dort zu parken. „Morgen wird er abgebaut. Jetzt reicht es auch“, gesteht Thomas Hensen. Im vergangenen Jahr brüteten die Landeier gegen den Kiesabbau, aktuell fahren sie „Volle Kanne durch die Savanne“ und das aus gutem Grund. „Wir möchten die Landwirtschaft unterstützen“, sagt Jaqueline Evers. Dass auch der Karneval von den Landwirten abhängig ist, machte die Gruppe mit einem Schild am Traktor deutlich: „Ohne Landwirt müsstet ihr diesen Wagen schieben.“

In Alpen waren schöne Wagen unterwegs. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Während die Landeier munter schunkelten, hatten andere vier Tage, nachdem der letzte Hoppeditz verbrannt wurde, gewisse Startschwierigkeiten. „Das kommt einem schon merkwürdig vor, aber sobald der Wagen rollt, ist die Stimmung da“, hoffte Christin Imgrund. Unklar war, wie ein Karnevalsumzug nach Aschermittwoch beim närrischen Fußvolk ankommt. „Wir sind sehr glücklich, es standen genauso viele Menschen am Rand wie sonst“, zeigte sich AKK-Mitglied Holger Kuhnen zufrieden. „Den Kindern ist doch egal, ob Karneval vorbei ist oder nicht. Sie haben immer ihren Spaß“, fand Mia Angenendt aus Büderich. Enkel Nick jedenfalls war beim Blick in seine randvolle Sammeltasche begeistert.

Piratin Elke lockte kurzzeitig die Sonne heraus. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Und dann gibt es noch diejenigen, für die so ein verschobener Umzug eine zweite Chance ist. „Unsere Kinder lagen letzte Woche mit Fieber im Bett. Als wir erfahren haben, dass hier der Kinderkarneval nachgeholt wird, haben wir die Kostüme wieder aus dem Schrank geholt und uns auf den Weg gemacht“, erzählt Monika Kugler aus Moers.