Alpen: Für die Alpsche Ley war's im Sommer viel zu trocken

Alpen : Es fließt Wasser wieder in der Alpschen Ley

Die renaturierte Alpsche Ley führt wieder Wasser. Doch sie bleibt Thema. Bürgermeister Ahls hat die Lineg gebeten, pflegerisch einzugreifen, wenn Mückenplagen drohen.

Der Oktober ist so golden wie selten. Fast sommerlich. Auch wenn Regen weiter rar ist, war’s Viktor Illenseer (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss eine Meldung wert, als sei’s eine frohe Botschaft. „Es fließt wieder Wasser in der Alpschen Ley.“ Woher es kommt, weiß keiner so recht. Die lange sommerliche Dürre hatte den Entwässerungsgraben im Ort nahezu trocken gelegt. Und die hält an. Das Erscheinungsbild des Wassergrabens hatte nicht nur den alten Sozialdemokraten betrübt, sondern auch zahlreiche Bürger. Einige hatten sich im Rathaus beklagt. Nun gab’s hier ein Treffen von Anwohnern mit der Lineg, um die leidliche Lage an der Alpschen Ley eingehend zu erörtern. Bilanz: „Die Lage entspannt sich“, so Bürgermeister Thomas Ahls. Aber er habe die Lineg gebeten, dafür zu sorgen, dass Anrainer auch bei extremen Wetterlagen möglichst wenig belastet werden.

Zunächst habe Lineg-Bereichsleiter Dr. Wolfgang Kühn darauf verwiesen, dass Alpen in diesem Jahrhundertsommer 330 Millimeter Regen pro Quadratmeter gefehlt hat. Das sei die Erklärung dafür gewesen, dass der Graben an manchen Stellen nur noch ein Rinnsal war und teils ganz zum Stillstand gekommen sei.

Doch es war nicht die einzige Erklärung dafür, dass die Ley an der T-Biegung, in Höhe Parkplatz Haagstraße, nur noch Richtung Schwarzer Graben abfloss und die Strömung durch den Ort entlang der Amaliengalerie komplett versiegte. Darauf hatten die alten Alpener Dieter Schauenberg und Michael Baranowski aufmerksam gemacht (Wir berichteten).

Auch an der Amaliengalerie ist wieder alles im Fluss, nachdem am Teiler in Höhe Parkplatz Haagstraße der einseitige Abfluss nach Aussagen von Beobachtern korrigiert worden ist. Foto: bp

In der Folge habe die Lineg mit einem provisorischen Teiler dafür gesorgt, dass das nun wieder verstärkt ankommende Wasser an der Biegung auch wieder Richtung Winnenthaler Kanal strömt, kaum merklich am Kräseln auf der Wasseroberfläche. Doch das Brett ist auf rätselhafte Weise wieder verschwunden.

Doch letztlich habe auch diese Maßnahme nicht ausgereicht, den Wasserspiegel auf ausreichende Höhe zu bewegen. In der Folge habe sich die Natur des Bettes ermächtigt und das zarte Rinnsal schließlich komplett überwuchert. Kein schönes Bild und letztlich eine Brutstätte für Plagegeister. Auch Anwohner der Ley Richtung Drüpter Weg hätten nun darüber geklagt, von Mückenschwärmen heimgesucht worden zu sein.

Nun habe die Lineg erklärt, dass sich auf Grundlage der europäischen Wasserrahmenrichtlinie „die Philosophie“ an den Ufern naturnah ausgebauter Gewässer geändert habe, so der Bürgermeister. Die Pflege sei bewusst zurückgedreht worden. Und unterschiedlich bewegte Gewässerzonen seien durchaus erwünscht. „Ich habe allerdings darauf hingewiesen, dass es Belastungsgrenzen für Leute gibt, die unmittelbar von den Folgen betroffen sind. Da muss dann bei Bedarf schnell eingegriffen werden, um Härten zu vermeiden“, sagte Ahls.

Er teile die Sorge nicht, dass extrem trockene Sommer die Regel werden, und rechne damit, dass die renaturierte Alpsche Ley künftig wieder friedlich dahinplätschert, ohne Anstoß zu erregen.

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