Alpen: Förderverein zum Erhalt des Bodendenkmals Motte ist online gegangen

Bedrohtes Baudenkmal in Alpen : Digital ist die Motte schon ein Erlebnis

Der Förderverein zum Erhalt des Alpener Bodendenkmals Motte hat im Internet eine sehr informative Seite freigeschaltet. Professionell und übersichtlich gestaltet.

Das Bodendenkmal Motte ist im analogen Bestand weiter brüchig und ein großer Sanierungsfall. Aber digital ist ein bedeutender Schritt gelungen, das bedeutende Stück Ortsgeschichte, an dem die Herzen so vieler Alpener hängen, zu bewahren. Der im vorigen Jahr gegründete Förderverein, der sich den Erhalt des Denkmals auf die Fahne geschrieben hat, hat nun im Internet eine eigene Seite freigeschaltet. Die überzeugt auf Anhieb: professionell gemacht, anschaulich und übersichtlich mit zahlreichen Informationen, historischen Beiträgen sowie Kontakten.

Der Zweck des Vereins wird erläutert: Aufbau, Erhalt, Pflege und das „Erlebbarmachen“ der historischen Stätte und der im kulturhistorischen Zusammenhang stehenden weiteren Denkmale des Ortsteils Alpen. Dies soll verwirklicht werden durch den Erhalt der Motte als Museums- und Erlebnisstätte zur Geschichte des Ortes. Begleitet werden soll das Ganze durch wissenschaftliche Veranstaltungen und Forschungen. Auch kulturelle und historische Veranstaltungen sollen hier stattfinden. Gedacht ist auch an eine historische Sammlung.

Da gibt es unter der Rubrik „Funde“ schon erstaunliche Bilder zu sehen von Dingen, die bei den Grabungen im vorigen Jahr zum Vorschein gekommen sind. Die Fundstücke reichen von mittelalterlichen Scherben, über ein Stück aus dem Gebiss eines Huftieres bis hin zum Jubiläumsanstecker von 1974, als Alpen 900 Jahre alt geworden ist.

Spannend sind vor allem die historischen Erläuterungen. „Motte“ sei kein mittelalterlicher Begriff, sondern eine aus dem Französischen übernommene Bezeichnung aus dem 19. Jahrhundert. Nach derzeitigem Überblick der Literatur sei der Alpener Erdhügel 1969 erstmals als Motte bezeichnet worden, heißt es. Erst langsam habe sich „Motte“ im Alpener Sprachgebrauch eingebürgert. Den Durchbruch habe der Begriff wohl mit dem Kriminalroman „Die Motte“ von Erwin Kohl 2009 geschafft. Im Volksmund wurde bis dahin der Erdhügel Kasteel, Kastell oder auch Castell genannt.

„Üblicherweise wird mit ,Motte’ ein mittelalterlicher, von Hand aufgeschütteter Erdhügel mit einem turmförmigen Gebäude bezeichnet. Dabei ist der Turm überwiegend aus Holz gefertigt. Im Laufe der Zeit wurden diese dann oft durch Steinbauten ersetzt. Der Hügel wird von einem Wassergraben umschlossen. Die Anlage ist über eine Brücke zu erreichen.“ Es findet sich sogar erstmals eine Bildmontage, wie die Alpener Motte im 13. Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Da ist zu „erahnen, dass auf dem Plateau mehr Platz als benötigt vorhanden ist. Es könnte also sein, dass der Hügel zu jener Zeit kleiner war und erst später erweitert wurde“. Wie sie tatsächlich aussah und wie alt sie genau ist, wissen die Historiker, die die Förderer unterstützen, nicht, räumen sie auf der Homepage ein.

Auswärtige erfahren auf einer Karte, wo die Motte oder das „Kasteel“ in Alpen liegt und wie es aktuell um das vom Einsturz bedrohte Bodendenkmal bestellt ist. Ergänzt wird das Angebot durch ein Literaturverzeichnis mir Arbeiten über die Geschichte Alpens und die benachbarten Gemarkungen. Hilfreich ist auch die Möglichkeit zum Herunterladen von Dokumenten. Wer beim Surfen begeistert ist von dem historischen Projekt im Dorf, kann seinen Mitgliedsantrag direkt downloaden, ausfüllen und neuer Förderer werden.

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