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Alpen: Diese Lärmschutzwand gefällt bald auch den Bienen

Neubaugebiet in Alpen : Diese Lärmschutzwand gefällt bald auch den Bienen

Neben dem Neubaugebiet in Alpen-Ost liegen Gewerbe und eine Bahnlinie. Deshalb investiert die Gemeinde rund 1,2 Millionen Euro in eine 370 Meter lange Wand – sie soll den Lärm fernhalten.

In Alpen-Ost an der Van-Dornick-Straße entsteht in den kommenden Jahren ein Neubaugebiet mit 15 eingeschossigen Einfamilienhäusern und fünf Doppelhäusern. Dazu wird es einen Block von 2700 Quadratmetern geben, auf dem fünf bis sechs Einfamilienhäuser in einer Art Atrium über einer Tiefgarage entstehen sollen. Zusätzlich sind 13 Grundstücke für zwingend zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit je fünf bis sechs Wohnungen vorgesehen. Auch hier ist an Parken in der Erde gedacht.

Mittendrin legt die Gemeinde einen kleinen Park mit Wegen und Bäumen an, daneben einen Kinderspielplatz. Damit die Bewohner künftig ungestört im Garten oder auf dem Balkon sitzen können, wird derzeit entlang der Bahntrasse eine 370 Meter lange und bis zu 9,70 hohe Lärmschutzwand errichtet. Die insgesamt 1,2 Millionen Euro teure Wand ist gut zur Hälfte fertig und steht auf einem Betonfundament. Eine Verankerung des verzinkten Drahtgittergerüstes ist nicht erforderlich. Was nicht weiter verwundert, denn der Hohlraum zwischen den schräg zueinanderstehenden Wandelementen wird zunächst mit Geotextilmatten ausgekleidet und anschließend mit rund 7500 Tonnen Erde verfüllt. 300 Kipplaster sind für die Anfahrt des Füllmaterials erforderlich.

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Eine Lärmschutzwand in dieser Größe bietet einen imposanten, für Anwohner aber sicherlich auch beengenden Anblick. „Das war uns natürlich bewusst. Deshalb werden wir vor der Wand einen Erdwall aufschütten und diesen mit Sträuchern und Bäumchen bepflanzen. Optisch wirkt die Wand dann nur noch halb so hoch“, erklärt Volker Schlicht vom Planungsamt der Gemeinde. Zusätzlich wird die ausführende Firma Rau im Abstand von wenigen Metern senkrechte Gabionen (Steinkörbe) einbauen. Die freiliegenden Zaunteile dazwischen sollen – mit Efeu und wildem Wein bepflanzt – eine beidseitig knapp 8000 Quadratmeter große grüne Oase für die Anwohner, aber auch für Bienen, Hummeln und andere Insekten bieten.

Wer sich ansehen möchte, wie die Lärmschutzwand in Alpen Ost einmal aussehen wird, kann das auf der Homepage der Firma machen (www.rau.de). Eine grüne Insel wird auch am anderen Ende des Baugebietes in Höhe der Feuerwehr entstehen. Weil ein 2500 Quadratmeter großes Areal bauleitplanerisch nicht genutzt werden kann, will die Gemeinde das Grundstück in bis zu 50 Parzellen unterteilen, in denen Schrebergärten eingerichtet werden sollen. „Diese Gärten sind angedacht für den Anbau von Gemüse, Bäume sind dort nicht gestattet. Die Gemeinde möchte gern in der Mitte eine gemeinschaftlich nutzbare Hütte für Gartenutensilien errichten“, so Schlicht. Besucher dürfen sich das bald aus der Nähe ansehen, denn entlang der grünen Wand wird ein Wanderweg angelegt, der von der Weseler Straße bis zur Graf-Gumprecht-Straße führen wird.