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Alpen: Die Partei lenkt bei Nazi-Plakat ein

Bundestagswahlkampf in Alpen : Die Partei lenkt bei Nazi-Plakat ein

„Nazis töten“ steht gleich neben dem Waldspielplatz in Bönninghardt. Das missfällt dem Ortsvorsteher. Die Polit-Satiriker wollen das Plakat nun durch ein anderes ersetzen.

Matthias Schuscik hat auf die Kritik von Bönninghardts Ortsvorsteher Herbert Oymann reagiert und ihm einen freundlichen Brief geschrieben, den er ebenfalls öffentlich macht. Oymann hatte Kritik daran geübt, das Die Partei ihr provokatives Wahlplakat mit der Botschaft „Nazis töten“ ausgerechnet im Umfeld des Waldspielplatzes platziert habe. Die Reaktion zeige, dass die Bönninghardt das Plakat durchaus wahrnehme und sich damit auseinandersetze, zudem das „Binnenverhältnis“ zwischen Ortsvorsteher und Bevölkerung ganz offenkundig intakt sei. „Respekt“, sagt Schuscik.

Gleichzeitig aber zeigt sich der Partei-Mann verwundert über das Maß der Empörung, das das Plakat vornehmlich in den sozialen Medien ausgelöst habe. Schuscik versichert, dass das Plakat nicht gezielt am Spielplatz gehängt worden sei, um eine höhere Aufmerksamkeit zu erreichen. Wichtig ist ihm aber der Hinweis, dass das umstrittene Plakat nicht auf dem Parkplatz des Waldkinderspielplatzes und auch nicht auf dem Gelände des Spielplatzes selbst hänge, sondern an der Bönninghardter Straße auf Höhe des Spielplatzes. Somit sei das Plakat an der Hauptstraße „selbstverständlich zu sehen wie weitere Plakate von uns oder von anderen Parteien“. Vom Gelände des Waldspielplatzes könne das Plakat nicht eingesehen werden, sei durch die Baum- und Heckenreihe verdeckt ist.

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Die Partei habe sich im Ordnungsamt versichert, dass rechtlich nichts gegen den Standort für die politische Botschaft spreche, schreibt Schuscik: „Somit kommen wir der Bitte, es zu entfernen, auch nicht nach.“

Die „moralische Bewertung“ Oymanns, dass Kinder vor Gewaltdarstellungen wie sie in Nachrichtsendungen täglich zu sehen sind, geschützt werden sollten, teilt Schuscik zwar. Den Versuch, einen Zusammenhang mit dem Plakat herzustellen, weist der Partei-Politiker aber zurück. „Unser Plakat beschränkt sich auf Worte“, so Schuscik. Und der „Empfänger“ der Botschaft sei „allein auf sich und sein Leseverständnis gestellt“. Und Kleinkinder im Vorschulalter könnten noch gar nicht lesen. Bei Grundschülern wiederum, würden, ohne sie zu erschrecken, wichtige Fragen ausgelöst, auf die Erwachsene kindgrechte Antworten eben müssten. Die habe er seinen beiden älteren Kindern (fünf und acht Jahre) selbstverständlich gegeben, als die gefragt hätten, schreibt Schuscik: „Unser Ansinnen ist es, alle Altersklassen an das Thema Nationalsozialismus zu erinnern und dafür zu sensibilisieren.“

Dennoch: Da sie die Empörung der Erwachsenen und damit Kindern negative Erfahrungen ersparen wollen, biete Die Partei an, das Plakat am Waldspielplatz durch ein anderes mit einer anderen Aussage zu ersetzen. Damit trage man auch der Sorge vor Punktabzug im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Rechnung. Zum Schluss noch ein Tipp vom Papa an den Opa für den Besuch seinen Enkel: „Die Logo-Nachrichten auf Kika sind bestens geeignet für Kinder. Zwinkersmiley.“

(bp)