Alpen: Die Grünen sind im Aufwind, mehr Personal muss her

Interview Peter Nienhaus, Grüne : „Wir holen mehr als vier Sitze“

Die Grünen sind im Aufwind. Der Trend hat sich zuletzt auch in Alpen gezeigt. Das erzeugt personellen Druck.

Die Europawahl im vergangenen Jahr hat selbst die optimistischsten Grünen überrascht. Mit einem Stimmanteil von 20,5 Prozent bundesweit hat die Partei nicht nur ihr Ergebnis der vorangegangenen Wahl fast verdoppelt, sondern wurde auch erstmals zweitstärkste Partei in Deutschland. Aktuelle Umfrageergebnisse bestätigen zudem diesen Aufwärtstrend. Das rasante Wachstum hat aber auch eine Kehrseite. Denn sollte sich die Wählergunst auch bei den im September anstehenden Kommunalwahlen derart bestätigen, stellt das so manchen grünen Ortsverband vor arge Personalprobleme bei der Besetzung der Wahlkreise. Alpens Grüne laden deshalb für Donnerstag, 9. Januar, um 19 Uhr zu einem „Interessenten-Gespräch“ in die Gaststätte Zum Dahlacker ein. Die RP sprach mit dem Ortsverbandssprecher Peter Nienhaus über die Hintergründe.

Ist das gute Ergebnis der letzten Europawahl auch auf kommunaler Ebene spürbar und wenn ja, was bedeutet das für die anstehende Kommunalwahl im Herbst?


Peter Nienhaus Die Europawahl und die Umfrageergebnisse spüren wir vor Ort schon. Wie sich das letztendlich auswirken wird, entscheiden die Bürger an der Wahlurne. Aber wir rechnen damit, künftig mit mehr Sitzen als den bisher vier im Rat vertreten zu sein.
Das bedeutet einen höheren Personalbedarf.

Wie sind Alpens Grüne da derzeit aufgestellt?


Nienhaus
Wir haben aktuell 20 Mitglieder, davon sind allerdings nur fünf aktiv. Mit dem Treffen am Donnerstag möchten wir Menschen erreichen, die den Grünen immer große Sympathien entgegengebracht haben, aber in der Partei selbst bisher nie aktiv geworden sind.

Rats- und Fraktionssitzungen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Kommunalpolitik ist zeitaufwendig, viele scheuen da zurück.

Nienhaus: Rats-, Ausschuss- und Fraktionssitzungen sind ein Muss für jeden gewählten Vertreter. Alle anderen Aufgaben teilen wir untereinander auf, so dass der Aufwand für den Einzelnen nicht übermäßig hoch ist. Es muss auch niemand befürchten, im anstehenden, jetzt beginnenden Wahlkampf an jedem Samstag am Wahlstand der Partei zu stehen.

Nicht jeder Sympathisant traut sich am Ende auch auf das politische Parkett. Was müssen Interessenten mitbringen?


Nienhaus Nicht viel. Selbst politisches Vorwissen ist nicht erforderlich. Die Partei unterhält Bildungswerke. In Seminaren kann man sich beispielsweise nötiges Wissen zur Ratsarbeit aneignen. Außerdem machen die jetzigen Ratsmitglieder noch eine Legislaturperiode weiter und helfen Neulingen mit ihrer Erfahrung.

Wird es am Wahlsonntag einen eigenen grünen Bürgermeister-Kandidaten geben?


Nienhaus Das haben wir noch nicht abschließend entschieden. Wir werden jetzt erst einmal eine Bilanz unserer Höhepunkte der letzten sechs Jahre rausbringen. Eine Leistungsbilanz. Denn wir haben in dieser Zeit einiges auf den Weg gebracht. Die Richtung stimmt also, und das wollen wir dem Bürger vermitteln.