Alpen: Die Feuerwehr freut sich auf ihr neues Haus

Alpen : Die Feuerwehr freut sich auf ihr neues Haus

Eigentlich wollte die Feuerwehr Weihnachten im neuen Gerätehaus sein. Doch der Tannenbaum steht noch am alten Domizil. Trotz der Verzögerung steigt mit jedem Tag die Vorfreude auf den Umzug. Nach Ostern soll’s so weit sein. Für Weihnachten gilt: „Wir sind da, wenn’s brennt.“

Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Weihnachten schon in ihrem schmucken neuen Haus an der von-Dornick-Straße feiern. Doch daraus wird nichts. Der obligatorische Tannenbaum steht noch vor der alten Wache am Willy-Brandt-Platz. So geht das freudige Warten auf den Umzug weiter. Noch über Ostern hinaus.

Die feierliche Einweihung des chicen, ambitioniert gestylten Zweckbaus, so sieht’s aktuell zumindest aus, soll im Mai sein. Am letzten Arbeitstag vor dem Heiligen Abend herrscht auf der Baustelle Hochbetrieb. In vielen der unzähligen Ecken wird emsig gewerkelt. Architektin Bettina Kempen und Wehrleiter Michael Hartjes überzeugen sich vor Ort vom aktuellen Stand der Arbeiten, die nur über die Feiertage ruhen. Sie sind sichtlich zufrieden.

Das für einen Zweckbau ungewöhnlich akzentuierte Gebäudeensemble mögen Kritiker als kostbares Geschenk auf dem Gabentisch der Freiwilligen Feuerwehr betrachten. Das Projekt wird wohl bei rund sechs Millionen Euro landen. Diese Kröte muss der Rat schlucken. Der Brandschutzbedarfsplan aber macht die räumliche Veränderung zwingend, um die heutigen Anforderungen an den Dienst am Nächsten zu erfüllen. „Der Raum, in dem ich ausgebildet wurde, ist heute Abstellkammer“, sagt Michael Hartjes, um mit einem Satz auf die geänderten Zeiten hinzuweisen.

Die Fahrzeughalle in Anthrazit für die momentan acht Autos – ein Platz in Reserve – inklusive Waschhalle und das Mannschaftsgebäude in Feuerwehrrot stehen. Davor steht der 15 Meter hohe Übungsturm, gerahmt von einem Stahlgerippe ums Treppenhaus mit einem auffälligen Knick in der Mitte. Wie das ganze Haus – funktional aber auch ästhetisch überzeugend. Der Turm wird ebenfalls noch mit roten Fassadenelementen eingepackt und so zur weithin sichtbaren Marke. Er ist für Ausbildungszwecke unverzichtbar. „Wir können hier alle Szenarien in der Höhe trainieren und auch Selbstschutzmaßnahmen wie gefahrloses Abseilen üben“, so der Feuerwehrchef. Das Stahlgerüst hatte auf sich warten lassen. Nur ein Baustein, der für Verzögerung gesorgt hat. Die Funkantennen für die Technik der Leitzentrale kommen zu Beginn des neuen Jahres als Krönung oben drauf und können dann ausgemessen werden.

Auch aus der großen Fensterfront der Leitstelle fällt der Blick sofort auf den nachts angeleuchteten Turm, der ursprünglich mal auf Blau switchen sollte, sobald die Wehr einen Einsatz fährt. Aber von der hübschen Idee hat man Abstand genommen, um bei Alarm keine Scharlatane anzulocken, die die Gunst der Stunde reizen könnte.

Die Atemschutz-Abteilung, bislang ein Provisorium, ist fast fertig und startklar. Der Aufzug, um die geforderte Barrierefreiheit sicherzustellen, liegt noch eingepackt in der Halle und wartet darauf, in den gläsernen Schacht eingebaut zu werden. Klar, dass das neue Haus für beide Geschlechter ausgerichtet ist. Die sieben Feuerwehrfrauen und vier Mädels in der Jugendfeuerwehr haben eigene Umkleideräume und teilen sich die Dusche dazwischen. Das gleiche gilt für die 42 Männer des Löschzuges Alpen und die 25 Jungs des Nachwuchses. Die Herren sind noch in der Überzahl und brauchen entsprechend mehr Platz. Überhaupt hat die Jugendfeuerwehr ein üppiges Raumangebot. Dazu gehört auch ein kleiner aber feiner Fitnessraum.

Auf die neuen Möglichkeiten für den Nachwuchs weist der Wehrleiter mit besonderem Stolz hin. „Wir müssen den jungen Leuten auch etwas bieten“, sagt Hartjes. „Nur so können wir sicherstellen, dass wir langfristig unseren Personalbedarf aus der eigenen Jugend decken können.“ Wertschätzung zahle sich langfristig aus. So sind momentan vielleicht schmerzhafte Kosten auch im Sinne der Bürgerschaft auf Dauer gut angelegt.

Prunkstück ist der große Saal im Obergeschoss, der, ausgestattet mit Technik und einer Küche, Raum für bis zu 120 Leute bietet. Noch liegt er offen da, vermittelt aber schon einen nachhaltigen Eindruck seines Wohlfühlcharakters. Ideale Bedingungen für Schulungen, Tagungen und Versammlungen. Auch der Rat hat Interesse angemeldet, hier Dinge zu diskutieren und im Licht, das durch die Fenster scheint, gute Entscheidungen zu fällen.

Auch das Büro der Führungskräfte, mit direktem Blick auf den roten Übungsturm, lässt Herzen höher schlagen. Wie auch der Gedanke ans „Florianstübchen“ zur unmittelbaren Nachbearbeitung von Einsätzen – wichtig nicht nur zur Stärkung der Kameradschaft. Die gute Stube, das lassen sich die Feuerwehrleute nicht nehmen, wollen sie ganz persönlich in die Hand nehmen.

Nun ist Pause im Rohbau. Feuerwehrchef Michael Hartjes freut sich auf die Festtage mit seiner Frau und den vier Mädels. „Weihnachten gehört der Familie“, sagt er. „Aber wenn’s brennt, sind wir da. Ganz sicher.“