Alpen: Diamantene Hochzeit bei Margret und Heinz Flis

Alpen : Ein Kunstwerk zur Diamant-Hochzeit

Heinz Flis hat seine Margret vor 60 Jahren vor den Traualtar geführt. Jetzt wird in Alpen diamantene Hochzeit gefeiert.

Als Heinz Flis am 2. August 1958 seine Margret in der Kirche St. Barbara in Moers-Meerbeck zum Traualtar geführt hat, strahlte draußen die Sonne vom blauen Himmel. Das war auch so, als sich der Tag jetzt zum 60. Mal jährte. „Eigentlich hatten wir am Hochzeitstag immer schönes Wetter“, sagt der Jubilar, der wie seine Gattin inzwischen 80 Jahre alt ist. Und er geht davon aus, dass das auch am Samstag der Fall sein wird, wenn das Paar mit Kindern, Enkeln und Urenkeln, Nachbarn, Freunden und Bekannten im Gasthof Zum Dahlacker seine Diamantene Hochzeit feiert.

Die Nachbarn haben das Haus des Jubelpaares – wie schon vor zehn Jahren bei der Goldhochzeit – nicht nur einfach geschmückt. Sie haben es mit viel Phantasie und Liebe zum Detail in einen grünen Palast verwandelt. Schon im April haben die Vorbereitungen dazu begonnen. Selbst ein großformatiges Schwarz-Weiß-Foto des frisch vermählten Paares auf der Hauswand fügt sich ein in das Gesamtkunstwerk und ist selbst bei Dunkelheit leuchtend zu bestaunen.

Heinz Flis erinnert sich noch gut an den Tag, als er als junger Mann im schwarzen Anzug seine Braut im weißen Kleid zur Kirche geleitet hat. „Wir hatten nur 200 Meter von zu Hause aus und sind den Weg zu Fuß gegangen“, erzählt er. Er ist in Moers aufgewachsen und hatte seine spätere Frau, ein Kind aus Krefeld, schon früh kennengelernt. „Unsere Eltern hatten gemeinsame Bekannte, da sind wir uns als Jugendliche öfter begegnet“, so Heinz Flis.

Er hat Bergmann gelernt und gut 13 Jahre unter Tage gearbeitet, bis er dann die Chance ergriffen hat, über Tage zum „Weyer-ling“ zu werden. Der damalige NRW-Innenminister Heinz Weyer eröffnete in den 60er Jahren Seiteneinsteigern den Weg in den Polizeidienst. Heinz Flis ist durch diese Tür gegangen und hat dann insgesamt mehr als 33 Jahre Polizeidienst absolviert – zuletzt als Bezirksbeamter in Rheinberg. Nach Alpen ist die Familie vor gut 40 Jahren gekommen, „weil die Grundstückspreise hier deutlich günstiger waren“ als in ihrer alten Heimat Moers. „Wir sind aber hier in Alpen sehr gut aufgenommen worden und haben uns immer richtig wohl gefühlt“, sagt Heinz Flis. Als die drei Kinder dann aus dem Haus waren, haben die Eheleute ein zweites Mal gebaut, diesmal deutlich kleiner, um den Aufwand im Alter möglichst gering zu halten. Enkel und Urenkel helfen heute im Garten, der immer noch eine recht stattliche Größe hat.

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Margret Flis hat als gelernte Büglerin an der Mangel gearbeitet und später zugesehen, dass in Haus und Familie alles glatt lief. Drei Mädels erblickten das Licht der Welt. Heute freuen sich die beiden 80-Jährigen über fünf Enkel und vier Urenkel. „Wir leben Familie“, sagt der stolze Urgroßvater, der mit der Devise der Goldhochzeit – „Lachen ist gesund“ – bislang immer noch gut gefahren ist.

Uropa Heinz hält sich zudem mit Singen in geselliger Runde jung. Er probt gerade mit dem Männergesangverein Martonair das neue Historical „Kurfürstin Amalia und die Herren von Alpen“, das im September im Schulzentrum auf die Bühne kommt. Er begnügt sich mit einer Rolle im Chor. Einmal in der Woche, immer dienstags, trifft er sich mit seinen Freunden vom „Klub der jungen Alten“ auf dem Adeneuer-Platz, um von hier aus mit dem Fahrrad oder zu Fuß gesellig die Gegend zu erkunden.

Margret Flis trifft sich derweil mit ihrem Strickklub, der nur noch dem Namen nach so heißt. Denn die Nadeln haben die Damen längst zur Seite gelegt. Dafür vertreiben sie sich die Zeit gern mal mit einer Partie Skip-Bo. Auch ihr alter Kegelclub lässt die Kugel längst ruhen und begnügt sich mit geselliger Plauderei. Auch das hält jung.

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