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Alpen: Der "Tag der offenen Gärten" erlebte eine erfolgreiche Premiere

Gartenträume am Niederrhein : Jeder Garten blüht anders

Gelungene Premiere: Alpen hatte zum ersten Mal zum Tag der offenen Gärten eingeladen. Sieben Liebhaber zeigten und erläuterten Besuchern ihre ganz unterschiedlichen Refugien. Die Rundreise belohnte mit spannenden Einsichten.

Premiere geglückt: Die Aktion „Offene Gärten“ holte die Gartenfreunde runter von der Sonnenliege und rauf aufs Fahrrad. Gleich sieben Stationen bot der Rundkurs von Alpen über Menzelen, Bönning-Rill, Veen und zurück. Mit ganz unterschiedlichen Themenschwerpunkten präsentierten sich die Gärten der Gastgeber, die sich auf Initiative von Wirtschaftsförderein Petra Romba an der Aktion beteiligt hatten. Mal romantisch verspielt, mal als Kombination von Nutz- und Ziergarten oder als einladendes Blumenbad. Ein schöner Farbtupfer im Veranstaltungskalender der Gemeinde.

Mit dabei war Barbara Sensen in Drüpt, die in der alten Rosengärtnerei Rosalie wieder auf Start gesetzt hat, nachdem sie mit ihrer Familie den Betrieb übernommen hatte. Die Fachfrau zeigte die Planung eines traditionellen Bauerngartens nach einem eigenen Farbkonzept – mit Mittelwegen und abgehenden Blumenbeeten. „Unser Garten befindet sich im Aufbau“, erklärte Barbara Sensen, die unter anderem essbare Blüten für die Gastronomie im Angebot hat. Funkien, Hortensien, Rosen, Malven wie andere altbekannte Stauden, so das blau blühende Leinkraut oder die Knäuelblume, warten noch auf ihren endgültigen Standort in ihrem Garten.

„Großes Interesse finden die mäusesicheren Hochbeete meiner Mutter mit Blumen und verschiedenen Gemüsesorten“, freut sie sich. Freuen darf man sich schon jetzt auf ihr Tomatenfest am 1. September. Dann steht die Ernte von rund 100 verschiedenen Tomaten, teils historische Sorten, auf dem Programm. „Marmeladeurin“ Kordula Geschka rundete mit sommerlichen Kreationen den Gartenspaziergang süß ab.

An der Bahnhofstraße in Alpen liegt der 1000 Quadratmeter große Garten von Heike und Thomas Schwalbert. Inspirationen hat sich Heike Schwalbert bei Gartenreisen in England geholt. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Regina und Roberts Mayers sprechen bei ihrem Garten an der Bruckstraße in Alpen von „geordneter Wildnis“. Schon der Vorgarten mit verschiedenen blühenden Stauden ist ein Hingucker. Der Weg führte den Gast auf ein langes 1700 Quadratmeter großes Grundstück, das sich in verschiedene Bereiche aufteilt. Es überzeugt mit ruhigen Leseecken und anderen lauschigen Plätzchen. Mancher dieser Orte ist liebevoll mit Gartengerätschaften dekoriert und überzeugt so mit ländlichem Charme.

Der Baumbestand spendet an heißen Sommertagen wohltuenden Schatten. „Alte Obstbäume“, sagt Regina Mayers. Selbst der Buchsbaum, den der Großvater einst pflanzte, strotzt vor Grün. Trotz Zünsler. Mitten auf einem blühenden Beet warnt ein Schild. „Blumenwiese. Zutritt nur für Insekten!“ Vorne, direkt hinterm Haus, wachsen Gemüse und Küchenkräuter. Manch verwunschene Ecke des Gartens „überrascht unsere Gäste, wie wir hören“, sagte Regina Mayers.

Die Gespräche mit den Gästen drehten sich um die Pflanzen und den Garten als Ort der Erholung. Regina Mayers hält sich gern und viel im Garten auf. „Er macht zwar Arbeit, bringt aber auch Entspannung“, beschrieb sie die Faszination. Wichtig ist für Familie Mayers die Vielfalt. Der Nabu hat das grüne Fleckchen Erde als schmetterlingsfreundlichen Garten ausgezeichnet.

Nur wenige Meter weiter hielten Heike und Thomas Schwalbert das Tor zu ihrem ihrem Garten offen. Auf 1000 Quadratmetern hat sich hier in den zurückliegenden Jahren hier Stück für Stück Gartenglück entwickelt. Inspirationen hat sich Heike Schwalbert bei Gartenreisen in England geholt. „Die Ideen haben wir dann nach und nach umgesetzt“, sagte Thomas Schwalbert. Verschiedene Wege führen durch die ehemalige Pferdewiese, an einem Swimmingpool mit Badehäuschen vorbei. Sitzplätze luden ein, den Garten in Ruhe zu genießen. Üppig blühende Stauden wachsen in den Weg hinein. Hoch strahlt das Eisenkraut, da, wo es ihm gefällt.

Einige alte Ackergeräte stehen in den Beeten. Auf wippenden Eisenstangen stecken blaue Flaschen und sorgen für ein Spiel der Farben. „Vor über einer Woche haben noch die Duftrosen geblüht. Eine Duftwolke lag über dem Garten“, schwärmte Thomas Schwalbert. Ihre Gärten erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren, brachte für die Gastgeber nicht nur Fachsimpelei vom Feinsten, sondern auch bewundernde Anerkennung für ihre Gartenliebhaberei. Mancher zückte das Handy, fotografierte oder filmte, um sich später noch einmal die Alpener Gärten in ihrer Vielfältigkeit anzusehen.