Alpen: Der Stadtumbau startet unterirdisch

Großprojekt in Alpen : Der Stadtumbau startet unterirdisch

Zu Beginn des neuen Jahres nimmt der Stadtumbau in Alpen Gestalt an. Erste Baustelle ist auf dem Platz gegenüber vom Rathaus-Haupteingang.

Der Auftrag ist vergeben. Das allein gilt. Formal jedenfalls. So hat sich Alpen zumindest die längst bewilligten Fördermittel für die ersten Bausteine des großangelegten Stadtumbau-Projektes endgültig gesichert. Den sichtbaren Start mit dem ersten Spatenstich wird es aber erst zu Beginn des neuen Jahres geben. Bis dahin bekommen die Alpener noch nichts zu sehen von der Möblierung im „kleinen Wohnzimmer“ gegenüber dem Rathaus-Eingang. Zentrales Element auf der überschaubaren, aber exponierten Fläche, die nach hinten auf den Adenauerplatz führt, soll bekanntlich ein Wasserspiel sein. Und damit das ein nachhaltiges Vergnügen wird, kommt’s vor allem darauf an, was in die Erde kommt.

Eine Fachfirma ist momentan dabei, „eine Art Garage“ zu bauen,  die ins Erdreich eingelassen werden soll. Die Brunnenkammer soll die Technik und den Wassertank schützend aufnehmen, erläutert Walter Adams, Chef-Techniker im Rathaus, auf Anfrage. Die Ausmaße  sind beachtlich: 4,94 Meter lang, 2,36  Meter breit und 2,56 Meter hoch soll die Kammer sein. Ein Statiker berechnet nach Bodenbeschaffenheit und Gewicht, wie die Bodenplatte dimensioniert werden muss, damit das nicht sichtbare Herzstück des Wasservergnügens nicht irgendwann in Schieflage geraten kann. Allein zehn Wochen dauert die Fertigstellung. Erst danach kann’s in und über der Erde losgehen mit dem Bau. Das wird vermutlich Ende Januar der Fall sein.

Unterdessen läuft das Auswahlverfahren für die Möbelhersteller weiter. Drei der vom Architekturbüro Felixx/De Zwarte Hond  designten Bänke, eine große Lese-Lampe, eine Licht spendende Lampion-Girlande sowie Radständer, Pflanzkübel sowie Abfallbehälter sollen das kleine Wohnzimmer schmücken und einen Vorgeschmack geben auf das, was in der Neuen Mitte, also im Herzen des Ortes, geschehen soll. Für die Neugestaltung des eigentlichen Wohnzimmers von Alpen auf der Burgstraße in Höhe Amaliengalerie und Sparkasse seien noch nicht alle aufgetauchten Fragen abschließend beantwortet, so Adams. Daher sei es auch denkbar, dass man beim Stadtumbau vom kleinen Rathausplatz zunächst zum Amalienplatz an der evangelischen Kirche weitermarschiert, um dann erst zum Kern vorzudringen.

Hierzu muss aber in der nächsten Woche noch mit der Förderstelle bei der Bezirksregierung gesprochen werden, die bisher ihre Zustimmung zu allen Projekten erteilt hat. Gefördert wird nämlich vom Bund mit 33,3 Prozent und vom Land mit 16,7 Prozent. „Da kann man nicht ohne weiteres die Marschrichtung ändern. Sonst läuft man Gefahr, die Förderung zu verlieren oder später sogar zurückzahlen zu müssen. Die haben da ein gehöriges Wörtchen mitzureden“, so Adams.

Aber zunächst geht’s im Januar ins Vorzimmer. Es liegen noch nicht alle Angebote für Möbel vor, denn auch die Möbelbauer haben aktuell viel zu tun. Angefragt wurden bisher die gesamten Möbel für den Ortskern, um überhaupt Angebote zu erhalten. Für drei Bänke und ein paar Deko-Stücke werden die Unternehmen vermutlich kein individuelles Angebot rausschicken.

Die schicken Bänke und ungewöhnlichen Lampen-Elemente sind im Frühjahr bei der öffentlichen Vorstellung auf dem Spargel- und Blumenfest, eben auf dem Vorzimmerplatz, bei der Bevölkerung,  wie mehrfach berichtet, sehr gut angekommen. An den Pflanzkübeln und den Abfallbehältern, an denen sich die Gemüter abgearbeitet haben, sei aufgrund der Einwände konzeptionell noch gefeilt worden, sagt Adams im Gespräch mit unserer Redaktion. „Manchmal muss man geschmacklich halt Kompromisse eingehen“, so der verantwortliche Fachbereichsleiter im Alpener Rathaus. „Ist halt wie in der Ehe – und trotzdem kann es am Ende gut werden.“

Noch bleibt ein bisschen Zeit. Denn zunächst müssen die Tiefbauer ran und die Technik-Garage in die Tiefe bringen. Erst danach geht’s an die sichtbare Gestaltung des Platzes über der Erde. Der Job, das Vorzimmer einladend herzurichten, ist, wie berichtet, an ein ortsansässiges Unternehmen gegangen. Der Bauausschuss hat den Auftrag an das Alpener Tiefbauunternehmen Hendricks vergeben.

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