Alpen: Der Stadtumbau hat in einer nächtlichen Operation begonnen

Schwertransport Alpen: Nachtarbeit auf dem Rathaus-Vorplatz

Schwertransport: In der Nacht zu Mittwoch wurde die Brunnenkammer fürs Wasserspiel an den drei Burgen geliefert.

Die nächtliche Operation am offenen Herzen ist geglückt. Sie war nach rund zwei Stunden ohne nennenswerte Zwischenfälle erledigt. Gegen fünf Uhr am Mittwochmorgen konnte die Vollsperrung der Rathausstraße wieder aufgehoben werden. „Alles ist sehr gut gelaufen“, sagte Klaus Hendricks. Der ortsansässige Spezial-Tiefbauer hat bekanntlich im Rahmen des Stadtumbaus den Auftrag bekommen, den Platz gegenüber dem Rathaus neu zu gestalten. Die Nachtarbeit war deshalb notwendig, weil die aufwendige Technik für das geplante Brunnenspiel der Größenordnung einer Garage entspricht. Die kam in der verkehrsarmen Nacht mit einem Schwertransporter aus dem westfälischen Münster in den beschaulichen Ort am Niederrhein.

Der Transporter mit der 26 Tonnen schweren Fracht und der Spezial-Kranwagen, der 100 Tonnen schafft, trafen pünktlich gegen 3 Uhr fast gleichzeitig am Bestimmungsort ein, berichtete Klaus Hendricks am Vormittag im Gespräch mit der Redaktion. Nach rund einer halben Stunde war der Kran, der auf der Straße parkte, gerüstet. Wenige Minuten später hing die Fertiggarage am Haken und konnte passgenau hinabgelassen werden in die gut drei Meter tiefe, ebenso breite und fünf Meter lange Grube, die Hendricks-Mannschaft in den Tagen zuvor ausgehoben hatte.

„Es gab keine Probleme“, so Klaus Hendricks, „alles lief wie am Schnürchen. Alpen hat geschlafen, und wir konnten ungestört arbeiten.“ Nur der Bäcker von gegenüber war auch schon aufgestanden und brachte warme Brötchen an die Baustelle. Als die Brunnenkammer mit der Versorgungs- und Steuerungstechnik sauber an ihrer Stelle abgesetzt war, begannen Fachleute damit, die Anschlüsse für Wasser und Strom zu verschrauben. Nach der Länge einer Fußball-Halbzeit war der Job erledigt. Zum Dank lud der Fachbereich Bauen die Nachtarbeiter anschließend zu einer Tasse heißen Kaffee ins Rathaus. Anschließend begannen die Tiefbauer damit, das Loch mit der Kammer drin zu verfüllen.

Ein Blick von oben in die Kammer, die wie ein Klärwerk arbeitet. Foto: Hendricks

Die ist mit Technik vollgestopft, die das Wasserspiel, das später oben als zentraler Blickfang dem Platz Leben einhaucht. Der soll als „kleines Wohnzimmer“ einen ersten Vorgeschmack auf den großen Stadtumbau geben. Nicht mehr zu sehen ist dann die „Kläranlage“, in der das Wasser im Umlauf regelmäßig chemisch gereinigt wird. Der Brunnen soll schließlich hygienisch einwandfrei funktionieren. Klaus Hendricks spricht über Technik, die begeistert: „Da ist fast alles drin, was man braucht zum Wohnen: Waschbecken, Heizung, nur keine Toilette.“

Oben wird eine Wellenlandschaft gepflastert, über die später Wasser fließen soll, vorbei an den drei Burgen, die anknüpfen an die frühe Geschichte des Ortes: „Alte Börry“, Jugendburg und Kasteel (Motte). „Wir beginnen jetzt auf der Zuwegung zu Edeka mit der Pflasterung des Platzes“, so Hendricks. Der Kundenstrom soll nicht zu lange unterbunden sein. Dann geht’s an die Aufpflasterung der Wasserwellen.

Ende des Monats müsse die Rathausstraße, dann allerdings für zwei Tage, noch einmal für den Verkehr gesperrt werden. „Wir müssen die Straße aufmachen, um an den Kanal und ans Wassernetz zu kommen“, erläutert der Tiefbauer. Er geht davon aus, dass er seinen Job spätestens Mitte April erledigt hat. „Wenn kein Frost einsetzt“, sagt er, „aber damit rechnet ja keiner mehr, nur mit Sturm.“

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