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Alpen: Demenzcafé bleibt vorerst geschlossen

Nachbarschaftsberatung in Alpen : Vorfreude auf den Puppenspieler

Das Demenzcafé der Nachbarschaftsberatung ist wegen der Corona-Pandemie noch geschlossen. Wann der Treffpunkt für pflegende Angehörige wieder öffnet, ist offen. Fest steht, dass Puppenspieler Bernard Bauguitte auftreten wird.

Die Pforten des Demenzcafés „Anno Dazumal“ der Nachbarschaftsberatung bleiben aufgrund der aktuellen Corona-Lage vorerst geschlossen. Das trifft insbesondere die pflegenden Angehörigen, die hier einen Treffpunkt finden, um sich mit anderen auszutauschen, die in einer vergleichbaren Lage sind.

Die meisten Menschen mit Demenz werden zu Hause gepflegt. Von ihren Angehörigen verlangt das enormes Engagement. Viele sind rund um die Uhr im Einsatz. Um ihnen einen Moment für sich, einen Ort zum Plaudern und zum Austausch zu bieten, hat die Nachbarschaftsberatung in Alpen im vergangenen Jahr das Café „Anno Dazumal“ für Menschen mit Demenz, deren Angehörige und Interessierte ins Leben gerufen. Einmal im Monat öffnet das „Anno Dazumal“ für zwei Stunden im Amaliencafé der Evangelischen Kirchengemeinde.

„Wir haben damit eine Plattform geschaffen, über die sich Angehörige austauschen und Kontakte knüpfen können“, sagt Sonja Böhm in ihrer Funktion als Nachbarschaftskoordinatorin, die im Café auch als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit Bettina Schilling von der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle für den linksrheinischen Kreis Wesel in Kontakt zu treten.

 Nachbarschaftskoordinatorin Sonja Böhm (2.v.l.) mit ihrem Team, dass das Demenzcafé auf den Weg gebracht hat.
Nachbarschaftskoordinatorin Sonja Böhm (2.v.l.) mit ihrem Team, dass das Demenzcafé auf den Weg gebracht hat. Foto: Gemeinde

Die ehrenamtlichen Nachbarschaftsberaterinnen Tatjana Klümpen, Ulrike Terfloth und Christel Shaltookchi sind gelernte Altenpflegerinnen und Demenzbegleiterinnen. Sie gestalten das Beisammensein für die Menschen mit Demenz mit einer abwechslungsreichen Aktivierungsstunde. Wann und in welcher Form das Café in den kommenden Monaten angeboten wird, könne aktuell nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, so Sonja Böhm. Vorerst sind alle Termine abgesagt.

Vor Beginn der Pandemie war im Rahmen des Cafés ein Demenztheater geplant. Es geht um Puppentheater mit dem Bauchredner und Puppenspieler Bernard Bauguitte, der unter dem Künstlernamen „Bernardo do Baguette“ auf der Bühne steht. Bauguitte ist vielen noch bekannt als ehemaliger Leiter des Diakonischen Werks in Rheinberg. Mit dabei sein werden die beiden Puppen Oma Trude und Opa Theo. Die beiden haben ihr neues Zuhause auf Wolke 7 gefunden und beobachten von dort aus ihre Nachbarn, Verwandten, Freunde und Mitmenschen, um Petrus mitzuteilen, welcher Seele er Einlass ins Himmelreich gewähren darf.

Agiert wird hinter einer mit Bildern dekorierten Holzbühne. Der Inhalt des Bühnenstücks orientiert sich am Leben von Bauguittes Mutter. Staunende Blicke und herzhaftes Lachen sind garantiert. Parallelen zwischen den dargestellten Personen und dem Leben der Zuschauer werden deutlich erkennbar sein.

„Das Thema Demenz ist am besten darzustellen und begreifbar zu machen, wenn Akteure und Puppen als Unbeteiligte auf einer zweiten Ebene agieren“, erklärt Bauguitte. Mit warmherzigem Humor wird so den detailreich gestalteten Puppen Leben eingehaucht. Wenn die Veranstaltung wieder möglich ist, verspricht dieser Nachmittag erfüllende Begegnungen und eine abwechslungsreiche Unterhaltung. „Bis dahin wünscht das Team des Demenzcafés alles Gute und viel Gesundheit“, so Böhm. „Wir freuen uns auf das Wiedersehen.“