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Alpen: Das Tomataten-Paradies liegt in Drüpt

Gemüse vom Niederrhein : 100 Tomatensorten aus Drüpt

Barbara Sensen hat ihre Leidenschaft für die Beeren entdeckt. Sie verkauft deren Samen auch auf Messen.

Sie heißen German Red Strawberry, Orange Russian oder Sunviva. Zusammen mit Braunen Birnchen, Grünem Zebra oder dem kräftigen, pfundschweren Ochsenherz gedeihen sie prächtig nebeneinander – nicht im Stall, sondern im Gewächshaus von Barbara Sensen in Drüpt. Denn allesamt sind es Zöglinge aus der Gattung der Tomate. Rund 100 verschiedene Sorten erntet die Gärtnerin allein in diesem Jahr.

„Angefangen habe ich mit der Sorte Orange Ping Pong; das war mein Schlüsselerlebnis“, verrät sie, lacht und erklärt so augenzwinkernd ihre Leidenschaft für den Paradiesapfel, der früher auch als Liebesapfel bezeichnet wurde. Dabei ist Tomate nicht gleich Tomate. Die rote Frucht überzeugt durch verschiedene Farben, Größen, Formen und vor allem durch Geschmack. „Manche Tomaten lassen sich besser zu Chutneys verarbeiten. Andere schmecken am besten auf einem Brot oder als Grilltomate“, sagt Barbara Sensen aus Erfahrung.

Jahr für Jahr sind Sorten hinzugekommen, und alle scheinen sich in Drüpt neben Zucchini, Kürbis und Paprika wohlzufühlen. Den kulinarischen Aspekt vernachlässigt Barbara Sensen nicht. Ihr wesentliches Anliegen ist es, alte Sorten zu erhalten, indem sie deren Samen gewinnt. Um diese Vielfalt der Tomatenpflanze vielen Interessierten zu zeigen, lädt sie für Sonntag, 1. September, von 11 bis 16 Uhr zum Tomatenfest in ihre Gärtnerei Rosalie in Drüpt ein.

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Reife Früchtchen bietet Baerbara Sensen zur Verkostung an. Sie will ihre Gäste damit auf die Besonderheit der jeweiligen Sorte hinweisen. „Manche ist dick und fleischig, hat aber wenige Samenkörner; andere wiederum quellen beim Anschneiden schon über“, beschreibt sie die traditionelle Beerenfrucht der Azteken. Wer bei der Verkostung seine Lieblingstomate gefunden hat, kann später die jeweilige Sämerei in der Gärtnerei Rosalie erwerben.

Interessant ist beispielsweise die Sorte „Osu blue“, deren Früchte während der Wachstumsphase äußerlich von schwarzblau in rotviolettblau wechseln. Beinahe zwei Meter hoch wird dieses Prachtexemplar. Fast schwarz ist die Sorte „Jolie Coeur“, das hübsche Herz, das vom Geschmack ein wenig herb daher kommt. „Aber jeder hat schließlich seinen eigenen Geschmack.„Ich verkaufe gerne Tomatensämereien“, sagt Barbara Sensen, die beispielsweise auf Veranstaltungen wie dem Düsseldorfer Saatgutfestivas oder speziellen Tomatenbörsen zu finden ist.

Dass die Tomate begeistert – besonders die historischen Sorten aktuell –, kann sie gut nachvollziehen. „Tomaten mag jeder. Sie wachsen selbst in Kästen und Kübeln auf kleinen Balkons und sorgen schon nach acht Wochen selbst bei Anfängern für gärtnerische Erfolgserlebnisse“, so Barbara Sensen zur hierzulande grassierenden Tomaten-Euphorie. Hinzu kommt der Geschmack, der so ganz anders ist – „eben so wie früher“.

Die Erwartung der Tomaten-Hobbygärtner erfüllt sich und bestätigt: Es gibt noch den überzeugenden, reifen Geschmack. „Tomaten, die in Massen in den Handel kommen, wachsen meist auf Nährstoff-Lösungen. Ihr Geschmack ist eher fade und wässerig“, sagt die Tomatenfreundin. Verschwunden sind dann die Aromen, der typische Duft. Vielmehr würden sich die Züchter auf Produktivität und die Robustheit festlegen. Die handelsübliche kugelige, rote Frucht halte es ohne Druckstelle durchaus längere Zeit in der Gemüseauslage aus. Vor allem aber: Dem faden Trend gehorchen die Früchte aus dem Sensen-Gewächshaus ganz und gar nicht.