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Alpen: Das Schulzentrum wird für 15 Millionen Euro energetisch saniert

Prima Klima in Alpen : Sekundarschule wird Klimabaustelle

Alpen erwartet noch in diesem Jahr den Förderbescheid zur energetischen Sanierung des Schulzentrums samt Turnhalle. Das Pakete ist knapp 15 Millionen Euro schwer. Drei Millionen Euro davon muss die Gemeinde stemmen.

Der sommerliche Glutofen hat auch in Alpen das mulmige Gefühl befeuert, dass das Klima aus den Fugen zu geraten scheint und extreme Formen annimmt. In den zurückliegenden heißen Tagen ist so auch die Akzeptanz gestiegen für ein mit knapp 15 Millionen Euro kalkuliertes Projekt – das wohl teuerste ist in der Geschichte der Gemeinde. Auch wenn das Land NRW und Europa im Doppel 80 Prozent davon abnehmen, bleiben für das kleine klamme Alpen noch immer drei Millionen Euro, die in den nächsten zwei Haushaltsjahren fällig werden. Das dürfte Kämmerin Andreas Wessels und manchen Sparfuchs in Reihen der Politik zusätzlich ins Schwitzen bringen. Aber Klimaschutz an Schulen hat Konjunktur, nicht nur freitags. Das wissen auch wahlkämpfende Kommunalpolitiker.

Luuk Masselink (33) war noch nicht lange Klimaschutzmanager im Rathaus, als er auf das Förderprogramm „Kommunaler Klimaschutz“ aufmerksam wurde. Er hatte gerade alle Schulgebäude untersuchen lassen, um einschätzen zu können, wie sie energetisch aufgestellt sind. „Uns lagen die Sanierungskonzepte vor“, sagte er, „so war es nur noch ein kleiner Schritt, es einfach zu versuchen.“ In Rekordzeit wurde eine Antragsskizze gestrickt und im Frühjahr 2017 auf den Weg gebracht. Der Glaube, dass es klappen könnte, das Schulgebäude samt großer Turnhalle aus den 70ern auf zukunftsweisende Energiestandards zu liften, war eher gering. Um so größer die Überraschung, als das Angebot kam, den Antrag mit einer Detail-Planung zu unterfüttern.

Diesen recht anspruchsvollen Job übernahm das Ökozentrum NRW in Hamm. Das gewaltige Ding nahm Fahrt auf und drang finanziell in für so eine kleine Kommune schwindelerregende Dimensionen vor. Doch der auch personell zehrende Kraftakt soll sich lohnen: Ziel ist eine Energieersparnis von 60 Prozent und 181 Tonnen weniger Ausstoß des Klimakillers CO2 pro Jahr. Hinzu kommt ein unschätzbarer immaterieller Gewinn. Prima Klima in der Schule ist auch pädagogisch wertvoll – während der Unterrichtszeit.

Momentan, so André Enge vom Fachbereich Planung, würde die Detailplanung auf Plausibilität geprüft. Es gebe aber positive Signale, dass es passt. Das Go aus Düsseldorf wird noch in diesem Sommer erwartet. Dann geht’s in die Ausführungsplanung. Der Spatenstich, so die aktuelle Schätzung, könnte Anfang der nächsten Sommerferien erfolgen. „Aber sechs Wochen reichen nicht ganz aus“, sagt Enge und lacht. „Es wird zu großen Teilen im laufenden Betrieb gebaut.“ Dafür werden als Ausweichquartiere „mobile Klassenräume“ aufgestellt, die heutzutage recht komfortabel seien, so Enge. „Deadline“ für die Fertigstellung ist Ende 2022. Ein recht strammer Zeitplan.