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Alpen: Christine und Wilhelm Buresch sind seit 60 Jahren verheiratet

Amore in Italien : Federball hat der Liebe Flügel verliehen

Christine (85) und Wilhelm Buresch (89) feiern bei Sohn Mark im Gasthof Zum Dahlacker mit Familie, Nachbarn und Freunden Diamanthochzeit.

Es war im Sommer 1958. Damals machten die Deutschen gern in Italien Urlaub. So auch die junge Frau aus Düsseldorf und der schneidige Bursche aus Hamborn. Die Sonne schien am schönen Strand von Finale Ligure. Ihr war langweilig. Er hatte ein Federballspiel neben sich liegen. Sie fragte, ob er nicht Lust habe, mit ihr ein paar Bälle zu schlagen. Hatte er. Da war’s um die beiden geschehen. Ein Jahr später wollten sie wieder an die zauberhafte Riviera. „Und da man sich damals nicht so ohne weiteres ein Zimmer teilen konnte, haben wir eben geheiratet“, erzählt Christine Buresch (85). Seit rund 40 Jahren lebt sie mit ihrem Mann Wilhelm (89) in Veen. Die beiden feiern am Weißen Sonntag in St. Ulrich ihre Diamantene Hochzeit.

Federball spielen sie schon lange nicht mehr, und auch weite Urlaubsreisen fallen inzwischen weg. Aber das gemeinsame Glück hat die Zeit überdauert. Anfangs hat das Paar bei seinen Eltern gelebt. „Es war damals nicht leicht, eine Wohnung zu finden“, sagt die 85-Jährige. Später hatten sie eine Einliegerwohnung in Oberhausen. Dann kam der Tag, an dem Willi Buresch eine Anzeige in der Zeitung fand für Grundstücke am Niederrhein. „Die waren hier sehr günstig“, sagt seine Frau. Sie hatten die Wahl. Die fiel aufs Krähendorf. „Weil’s hier so schnuckelig ist“, so Christine Buresch.

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Willi Buresch hat Maurer gelernt und der Familie in Veen ein Häuschen gebaut, erst eins, dann später noch eins. Alle zehn Jahre wurde ein Kind geboren, erzählt Mutter Buresch und lacht. Zwei Mädels und ein Jung. Mark ist heute Wirt im Alpener Gasthaus Zum Dahlacker. Hier wird nach Ostern auch mit der Familie, den Freunden und Nachbarn gefeiert. Dann kommen auch die sechs Enkel, um Oma und Opa zu gratulieren.

Die beiden sind in Veen singend heimisch geworden. Beide haben im Cäcilienchor von St. Nikolaus ihre Stimme erhoben, sie tut’s immer noch. Auch bei den Goldys, wie sich der Chor der Generation 70plus nennt. Zur Familie gehört seit vielen Jahren ein Hund, den Tine Buresch „immer aus dem Tierheim“ holt. Auch um Flüchtlinge vom Balkan, die in Veen untergebracht waren, hat sie sich lange gekümmert, sie oft nach Xanten zum Einkaufen mitgenommen, „damit sie sich was zu Essen besorgen konnten“.

Auch bei der Gomel-Initiative hat sie sich engagiert, hat in den Ferien Kinder aus Weißrussland aufgenommen, damit sie sich am Niederrhein mal unbeschwert von den Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl erholen. Später hat sie in der Gomel-Kleiderkammer geholfen, hat Pakete für Hilfstransporte gepackt mit Kleidung und Lebensmittel. Im Sommer kommen noch mal Kinder an den Niederrhein. Ein letztes Mal, weil der Verein nicht mehr genügend Gastfamilien findet.

Tine Buresch aber ist auch mit 85 Jahren noch immer nicht müde. Sie gehört der katholischen Frauengemeinschaft kfd an und hält der SPD die Treue, für die sie mal ein Jahrzehnt lang im Rat saß. Und sie treibt Sport. Über 30 Mal hat sie die Norm fürs Sportabzeichen erfüllt. Zuletzt – weil’s Laufen nicht mehr federleicht fällt – beim Schwimmen. Aber nicht an der Riviera.