Alpen: Bürgermeister Ahls vermittelt Politik vor Ort

Alpen : Politik vor Ort ist keine Frage des Alters

Bürgermeister Thomas Ahls skizzierte bei der Alten- und Rentnergemeinschaft (ARG) die Herausforderungen für Rat und Verwaltung. Es ging ums Schuldenmachen, den „Digitalpakt“, den zentralen Einzelhandel und um die Feuerwehr.

Bürgermeister Thomas Ahls kann’s ganz gut mit älteren Leuten. Er traf den Ton bei der Alten- und Rentnergemeinschaft (ARG), die ihn zu ihrem Treffen ins Pfarrheim eingeladen hatte, um aus erster Hand etwas über die aktuelle „Politik vor Ort“ zu erfahren. Es war eine informative, dabei durchaus unterhaltsame Begegnung auf Augenhöhe. Und Ahls schaffte es, seine Zuhörer, Frauen hatten die Mehrheit, mit hinein zu holen in die neue Zeit. Er kam gerade vom Treffen über die digitale Zukunft in der Sekundarschule.

Thomas Ahls machte den Senioren Mut, sich auf die neue Technik einzulassen, die ihnen, bei allen verständlichen Vorbehalten, neue Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe eröffne. Der Bürgermeister erzählte von seiner Mutter, die sich sehr darüber freue, wenn in der Familiengruppe bei Whatsapp auf dem Tablet wieder ein Bild von einem ihrer Enkel eintrifft. „Sie ist immer die erste, die antwortet.“ Der Bürgermeister beließ es aber nicht bei Plauderei, sondern lieferte auch handfeste Nachrichten. So berichtete er davon, dass die Verwaltung mit der Sekundarschule bemüht sei, etwas vom Kuchen „Digitalpakt“ abzubekommen, um Breitband bis in jede Klasse zu bringen. Um an die Zuschüsse zu kommen, müssten jetzt Konzepte geschrieben werden.

Da sei man aber gemeinsam am Ball, so Ahls, so dass durch die erhoffte Finanzspritze auch das millionenschwere Paket energetische Sanierung des Schul- und Sportzentrums etwas leichter zu stemmen sein werde. Der Bürgermeister verteidigte, „bei allem Verständnis für oppositionelle Kritik“, den geplanten Abriss des Feuerwehrgerätehauses auf dem Willy-Brandt-Platz. Durch die Vermarktung des Grundstücks kämen bis zu eine Million Euro ins zuletzt arg gebeutelte Gemeindesäckel. Hätte man das Gebäude saniert, sei der zentrale Platz auf lange Sicht „verbaut“ gewesen.

Er jedenfalls werde weiter vehement dafür streiten, hier einen zeitgemäßen Vollsortimenter und einen Drogeriemarkt anzusiedeln – als Jungbrunnen für den schwächelnden Einzelhandelsstandort. Vor allem die Damen stimmten ihm da spontan zu. Um den Investorenwettstreit auf den Weg zu bringen, fehle aber noch grünes Licht für die Zufahrt über den Getränkemarkt. Man sei mit den Grundstückseigentümern in guten Gesprächen.

Im gleichen Atemzug verteidigte der Bürgermeister das neue Feuerwehr-Gerätehaus an der von-Dornick-Straße, das Mitte Mai in Betrieb geht. Das habe zwar mehr als sechs Millionen Euro gekostet, „im Rückblick vielleicht etwas zu viel“. Aber es sei „toll“ geworden, alles andere als Alltagsarchitektur, aber in der Größenordnung keineswegs jenseits der Norm.

„Die Entscheidung, nah an die großen Arbeitgeber zu rücken, ist goldrichtig“, so Ahls. So sei auch bei Alarm tagsüber sichergestellt, dass genügend Kräfte anrücken. Zudem gebe es ausreichend Erweiterungspotenzial. Und das chice Haus übe Zugkraft aus auf junge Leute und könne so die Nachwuchsarbeit befeuern.

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