Alpen: Bischof Genn weiht Christian Walbröhl zum Diakon

Alpen : Diakon-Weihe für Christian Walbröhl

Für den 36-jährigen Pflegedienstleiter aus Alpen erfüllt sich ein Traum. Er möchte den nebenberuflichen Dienst in seiner Kirchengemeinde St. Ulrich ausüben. Doch die Familie und sein Beruf stehen für ihn weiter an erster Stelle.

Christian Walbröhl aus Alpen erfüllt sich einen Traum. Schon lange wollte er sich mehr für Menschen in der katholischen Kirche einbringen. Nach einem vierjährigen Studium wird ihn Bischof Felix Genn in Münster zum ständigen Diakon weihen. Diakone dürfen Paare vermählen, Kinder taufen, Trauerfeiern gestalten. Und sie übernehmen neben Predigtdiensten vor allem auch seelsorgerisch-soziale Aufgaben in ihrer Gemeinde.

„In die Kirche bin ich von Kindheit an hineingewachsen – keineswegs mit Zwang“, sagt Christian Walbröhl nachdenklich. Der 36-jährige Pflegedienstleiter sitzt in der Konferenz-Ecke seines Büros im Erdgeschoss des Altenzentrums St.-Elisabeth mitten in Duisburg-Meiderich. 126 Pflegeplätze, dazu 60 Plätze in der Geronto-Psychiatrie, eine nicht gerade kleine Einrichtung, für die Walbröhl inzwischen als „Teamleiter Verwaltung“ die Finanzbuchhaltung und Abrechnungen begleitet, dazu die Akquise und Aufnahme.

Die Arbeit hier mache ihm richtig Spaß, sagt er. Dazu die Familie: Ehefrau Annegret, die gerade als Kantorin an St. Ulrich in Alpen als Regionalkantorin nach Wesel gewechselt ist, der dreijährige Sohn Justus, Haus, ein schöner Garten, eine nette Nachbarschaft – was fehlt da noch? Christian Walbröhl lehnt sich zurück. Messdiener sei er lange gewesen, habe unzählige Ausflüge und Ferienfreizeiten mit geleitet, versucht er einen erklärenden Rückblick.

Nach einer abgeschlossenen Bäcker-Lehre habe er während der Zivildienstzeit am Marienstift in Alpen gemerkt, dass ihm diese Arbeit gefällt. Folgerichtig war die Ausbildung zum Altenpfleger und später beim Diözesan-Caritasverband die Weiterbildung zum Pflegedienstleiter. Und als seine Frau Regionalkantorin in Paderborn werden konnte, zog er natürlich mit, arbeitete in Detmold. „Ich habe dort aber nie Wurzeln schlagen können“, berichtet er. An den Menschen dort habe es nicht gelegen: „Ich wollte wohl einfach nur nach Hause.“

Und: „Ich wollte mich immer irgendwie noch mehr in die Kirche einbringen.“ Seine Frau machte ihn dann auf einen Aushang in der Ulrich-Gemeinde aufmerksam: „Diakon, das wäre doch was für dich“, habe sie gesagt. Und in der Tat: „Dahin gehen, wo Hilfe gebraucht wird, familiäre Hilfestellung, Unterstützung bei beruflichen Konflikten organisieren, das ist gelebte Caritas“, erklärt Christian Walbröhl und strahlt.

Also ließ er sich auf eine praktische und spirituelle Ausbildung für Diakonat und pastorale Dienste ein, absolvierte ein Theologie-Fernstudium an der Domschule Würzburg, verbrachte Kurswochenenden und Exerzitien mit sechs weiteren angehenden Diakonen – „eine tolle Truppe“. Alles Männer. Da wird der Alpener ernst. Im Neuen Testament könne man in den Paulusbriefen lesen, dass es früher auch weibliche Diakone gegeben habe. Und er halte es für möglich, dass irgendwann einmal auch Frauen zu Diakonen geweiht werden. „Am grundsätzlichen Problem der nachlassenden Bindung an Kirche ändern wir aber damit nichts.“

Jetzt geht es erst mal an den großen Tag der Weihe und anschließend an die Arbeit mit dem Seelsorge-Team um Pfarrer Dietmar Hehse an St. Ulrich mit den fünf Filialkirchen. Eine mit einer Übungsleiterpauschale honorierte nebenberufliche Aufgabe, die die Beichte einschließlich der Krankensalbung und die Feier der Eucharistie mit der Wandlung ausschließt. Für die Spende dieser Sakramente bleibt die Priesterweihe notwendig.

Bleibt denn noch ausreichend Zeit für Frau und Kind, Radfahren, Schwimmen? „Beruf und Familie kommen zuerst“, betont Christian Walbröhl. Diese pragmatische Haltung ist auch in der Ausbildungsverordnung der ständigen Diakone geregelt und wird auch von Bischof Felix Genn in aller Deutlichkeit propagiert.