Alpen: Bei Voruntersuchungen zur Schulsanierung ist Asbest aufgetaucht

Schulbausanierung : Zukunftsbaustelle Sekundarschule

Alpen hofft auf Millionen zur energetischen Sanierung des Schul- und Sportzentrums. Doch der Eigenanteil liegt der Politik noch schwer im Magen. Jetzt ist auch noch Asbest gefunden worden. Ausgerechnet vorm Anmeldetermin.

Die Sekundarschule, lange ein Sorgenkind, ist angekommen. Sie hat im Sommer ihren ersten Abschlussjahrgang ins Leben entlassen. Außerdem hatte sie zuletzt ihre existenzbedrohende Anmeldekrise überwunden. 70 Meldungen bedeuteten drei überschaubar große Eingangsklassen. Alpens Bürgermeister Thomas Ahls ist davon überzeugt, dass Schule und Schulstandort vor einer guten Zukunft stehen. Das sagte er beim Treffen mit der Senioren Union im Rathaus. Dabei skizzierte der Bürgermeister wesentliche Dinge, die Rat und Verwaltung im noch jungen Jahr vor der Brust haben. Da ist die energetische Sanierung des Schul- und Sportzentrums ein ganz dicker Brocken.

Dabei ist man im Rathaus eher beiläufig in das ambitionierte Projekt geschlittert, das die Gemeinde finanziell und personell an die Grenze der Belastbarkeit führt, die Schule allerdings räumlich und klimaschutztechnisch auf den neuesten Stand bringen und damit zukunftsfest machen wird. Aber aus heiterem Himmel ist ein Problem aufgetaucht. Zur Unzeit. Ende kommender Woche beginnen die Anmeldungen. Im Vorfeld der geplanten Sanierung ist die fast 40 Jahre alte Schule auf Schadstoffe untersucht worden. Dabei ist im älteren Teil des Komplexes Asbest festgestellt worden. Quelle ist offenbar die Fuge einer Trennwand zwischen zwei Räumen, heißt es im Rathaus.

Beide nebeneinander liegenden Räume seien vorsorglich gesperrt worden. Bereits nächste Woche sollen sie wieder gefahrlos genutzt werden können. Für die restlichen Räume sei eine Gefährdung ausgeschlossen, so die Verwaltung. Trotzdem würde vorsorglich die Raumluft gemessen, um gesundheitliche Unbedenklichkeit zu bescheinigen.

Schulleiter Tilman Latzel ist naturgemäß „not amused“ von dem Befund. Doch er geht nicht von einer abschreckenden Wirkung aus. „Die Fachleute beteuern, dass die baulichen Maßnahmen nur aus Fürsorge erfolgen und nicht zwingend sind.“ Er bleibe zuversichtlich, dass das Anmeldeergebnis erneut erfreulich ausfällt. „Die Anzeichen sind vielversprechend“, so Latzel. Auf eine konkrete Prognose will er sich aber nicht einlassen. Vorsorglich.

Unterdessen kaut die Politik bei der Etat-Beratung am Sanierungspaket, das nach eingehenden Untersuchungen nun 18 Millionen Euro schwer ist und einen Eigenanteil von 3,6 Millionen erfordert. Stand jetzt. Die Baukosten galoppieren. In diesen Tagen erwartet man im Rathaus Post von der Bezirksregierung. Der Brief gibt Aufschluss darüber, ob die Schulaufsicht das vom Planungsbüro ermittelte Komplettpaket absegnet. Erst wenn feste Zahlen auf dem Tisch liegen, so hatte es CDU-Fraktionschef Günter Helbig angekündigt, werde er über Eigenmittel für die Großoperation reden. Saniert wird im laufenden Schulbetrieb. Betroffene Klassen sollen in Containern unterrichtet werden.

Als das Haus für Bildung und Sport Anfang der 80er-Jahre gebaut wurde, waren Klimaschutz und Energieeffizienz Fremdworte. Isolierung spielte eine Nebenrolle, unter Wärme-, besser: Kältebrücken, konnte sich kaum jemand etwas vorstellen. Jetzt zeichne sich an vielen Ecken Handlungsbedarf ab, so der Bürgermeister. Die Heizung werde nicht mehr mit Biogas befeuert. Sie soll eventuell mit klimafreundlichen Holzpellets gefüttert werden. Das alles trage zur Milderung des Klimawandels bei, der örtlich durch Dürre im Sommer und Starkregen im Frühjahr schmerzlich spürbar sei. In dem Zusammenhang, so Ahls, begrüße er den Plan, das Schulumfeld zu entsiegeln: „Wir müssen die Betonwüste aufbrechen.“

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