1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Alpen: Baumschutz war ein zentrales Thema im Rat

Stadtentwicklung in Alpen : Alle wollen Bäume erhalten, nur nicht alle auf dieselbe Weise

Die schon ausgeführten und vielleicht noch anstehenden Fäll-Aktionen im Umfeld des Willy-Brandt-Platzes führen zur Grundsatzdebatte über Baumschutz in Alpen. FDP-Mann Hommen beklagte eine „Wild-West-Manier“.

Die Sorge um Bäume war das bestimmende Thema in der ersten Sitzung des Rates in diesem Jahr. Im konkreten Fall ging’s um den Bestand rund um das ausgemusterte Feuerwehr-Gerätehaus, und dann allgemein um verbesserten Schutz von Bäumen im Gemeindegebiet.

Das Gehölz auf dem ehemaligen Spielplatz ist nicht mehr zu retten. Hier wurden Fakten geschaffen, um den Weg für den Abriss des Gerätehauses frei zu machen. Und das, wenn auch mit amtlicher Erlaubnis, wohl nicht auf die feinste Art. FDP-Fraktionschef Thomas Hommen, der hier regelmäßig sitzt und Wache hält, sprach von „Wild-West-Manier“, wie hier vorgegangen worden sei. Grünen-Sprecher Peter Nienhaus zeigte sich gar „schockiert“, dass voreilig auch gesunde Bäume gefallen seien, obwohl es für das geplante Projekt auf dem Willy-Brandt-Platz weder einen Bebauungsplan geschweige denn eine Baugenehmigung gebe.

Den zwei Bäumen an der Rosenstraße und der Platane an der Lindenstraße werde in diesem Jahr wohl nichts mehr geschehen, so Bürgermeister Thomas Ahls. Das Duo an der Rosenstraße soll sowieso erhalten bleiben, nur für die Platane an der Zufahrt zum künftigen Supermarkt könnte es ziemlich eng werden. Hier soll mit dem Investor Salia GmbH zwar über Umplanungen verhandelt werden, damit die Platane nicht mehr im Weg steht. Doch mit schwarz-roter Mehrheit entschied sich der Rat gegen eine eingebaute „Warteschleife“, so dass die Verwaltung freie Hand hat, die Axt am Baum zuzulassen, wenn alle Stricke reißen. Ahls kündigte an, dass Abstimmungsgespräche mit dem Investor unmittelbar bevorstehen.

Grundsätzliche Einigkeit herrscht in der Politik darüber, dass die Baumschutzsatzung der Gemeinde angepasst werden soll, um vor allem „die Qualität verpflichtender Ersatzpflanzungen zu verbessern“. Die Initiative dazu kommt von den Grünen, die sich aber „nicht auf die Schnelle“ mit dem Antrag durchsetzen konnten, die Satzung schon in der Sitzung zu ändern. Die Verwaltung soll nun Vorschläge erarbeiten, die dann dem Klima- und Energiebeirat zur Diskussion vorgelegt und dort fachlich diskutiert werden sollen. Erst dann sei’s an der Zeit, dass der Rat eine Entscheidung trifft, so die Überzeugung der Mehrheit.