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Alpen: Bahnübergang Hucker Straße ist wieder dicht

Fernseh-Teams in Alpen : Bahnübergang Hucker Straße ist seit gestern wieder dicht

Bauliche Veränderung am Gleisbett soll offiziell noch nicht abgenommen sein. Der zuständige Bahn-Mitarbeiter macht noch Urlaub.

Die Skurrilitäten um das Verschwinden der Umlaufschranke am Bahnübergang Hucker Straße nehmen kein Ende. Der Übergang ist seit gestern wieder dicht. Die Bahn hat gestern kurzfristig wieder Baken aufgestellt und Personal entsandt. Das bestätigte Bürgermeister Thomas Ahls gestern Abend auf Anfrage. Die Bahn habe ihm als Begründung mitgeteilt, dass die baulichen Veränderungen zur Sicherstellung von freier Sicht auf den Gleiskörper noch nicht offiziell abgenommen seien. Dieser formelle Akt könne erst Anfang kommender Woche erfolgen, wenn der zuständige Sachbearbeiter aus dem Urlaub zurück sei. Der Bürgermeister sagte, dass die neuerliche Sperrung allein von der Bahn ausgegangen sei.

Unterdessen zog es gestern nach dem RP-Bericht über die Eigenleistung an den Gleisen mehrere Fernseh-Teams vor Ort, um über den höchst ungewöhnlichen Fall von nachbarschaftlicher Selbsthilfe auf dem Lande zu berichten.

Während die Anwohner beteuern, dass die Verwaltung frühzeitig informiert gewesen sei, bekräftigte Ahls, dass "immer noch kein Schreiben der Bahn im Rathaus eingegangen" sei. Somit sei es folgerichtig gewesen, Anzeige zu erstatten. Er sehe durch das Wegräumen der Schranke die Sicherheit am Übergang nicht mehr gewährleistet: "Wenn ein Lokführer nicht damit rechnet, dass hier wieder freie Fahrt herrscht, und kein akustisches Signal gibt, kann das schlimme Folgen haben." Seine Mitarbeiter hätten nachhaltig deutlich gemacht, dass die Gemeinde eigenmächtiges Handeln nicht dulden werde.

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Dieter Kreilkamp, beim Kreis Wesel zuständig für Verkehrsangelegenheiten, sagt, dass bei der Entscheidung für oder gegen die Umlaufschranke der Kreis außen vor sei. Seine Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass die Beschilderung an der Straße den Vorschriften entspreche. Schon als sich beim Treffen mit dem Eisenbahnbundesamt "im November" abgezeichnet habe, dass die Bahn umdenke und die Voraussetzungen für die Rücknahme der Barriere genannt habe, habe er darauf gedrungen, dass zeitgleich die Sackgassenschilder durch die alte Beschilderung "Unbeschrankter Bahnübergang" und "10 km/h" ersetzt werden müssten. Er habe auch der Gemeinde vorsorglich deutlich gemacht, dass die Beschilderung bei Veränderungen angepasst werden müsse - auch wenn er dienstlich nicht erreichbar sei. Im Rathaus habe man ihm versichert, dass die alten Schilder noch nicht entsorgt seien. Den "mündlichen Verwaltungsakt", so Kreilkamp, habe er am Montag, nachdem die Anwohner übers Wochenende Fakten geschaffen hatten, schriftlich nachgereicht. Der Bauhof, so Ahls, sei direkt, nicht auf dem Dienstweg, von Anwohnern aufgefordert worden, die alten Schilder zurückzubringen. Er habe geliefert.

(bp)