Ein Xantener im Alpener Rathaus Der neue Mann fürs Klima in Alpen

Alpen · Alexander Piegenschke aus Xanten ist der neue Klimaschutzmanager im Alpener Rathaus. Er tritt in große Fußstapfen, will aber seinen eigenen Weg finden. Er setzt auf den Wind und auf Erziehung.

Alexander Piegenschke aus Xanten ist der neue Klimaschutzmanager der Gemeinde Alpen. Er hat schon klare Vorstellungen, was er bewegen will.

Alexander Piegenschke aus Xanten ist der neue Klimaschutzmanager der Gemeinde Alpen. Er hat schon klare Vorstellungen, was er bewegen will.

Foto: erko/Erko

Im Alpener Rathaus ist eine personelle Lücke geschlossen worden. Seit Luuk Masselink vor rund einem Jahr die Gemeinde verlassen hat, war der Posten des Klimaschutzmanagers unbesetzt. Jetzt soll Alexander Piegenschke für prima Klima in der Gemeinde sorgen und muss große Fußstapfen füllen. Sein Vorgänger hat Spuren hinterlassen. Die größte: die millionenschwere energetische Sanierung des Schul- und Sportzentrums.

Alexander Piegenschke will seinen eigenen Weg finden. Er hat Landschaftsplanung und Naturschutz studiert und schon in drei Bundesländern Berufserfahrung gesammelt. Er hat sich ganz bewusst auf die Stelle in Alpen beworben: „Ich habe mich gegen die Großstadt entschieden, wollte lieber in einem kleineren Wirkungsrahmen tätig sein, mit einem schnellen Draht zum Bürger und zu den Menschen, mit denen man Maßnahmen umsetzen kann.“

Dazu könnte er schon bald gezwungen sein. Denn der Druck der Landesregierung auf die Kommunen, sogenannte „Schotter- oder Steingärten“ abzuschaffen, wächst. Inhaltlich ist der 30-Jährige da ganz beim Gesetzgeber: „Dass diese Gärten pflegeleicht sind, ist ein Trugschluss. Spätestens nach fünf bis zehn Jahren sprießt das Unkraut. Außerdem speichern solche Gärten die Hitze.“ An einem heißen Sommertag, so seine Rechnung, kann die durch die Fenster einströmende Außenluft um bis zu zehn Grad wärmer sein als bei einem mit Blumen und Stauden bepflanzten Vorgarten.

Sein primäres Aufgabengebiet betrifft zunächst die Wärmeplanung in der Kommune. Die bis ins kommende Jahr angesetzte Planungsphase kann nach aktuellem Stand vom Land mit 90 Prozent gefördert werden und soll sowohl private als auch gewerbliche und öffentliche Gebäude unter die Lupe nehmen. „Wir untersuchen zunächst den Ist-Zustand und widmen
uns dann möglichen Potenzialen.“ Die Fragen, so Piegenschke,
würden beispielsweise lauten: „Wo lässt sich Wärme erzeugen?“ oder „Lässt sich bereits vorhandene Abwärme über Nahwärmenetze besser nutzen?“

Ziel sei es, die Bedarfe für die gesamte Kommune zu ermitteln. Dabei orientiere er sich an den Vorgaben der Bundesregierung und möchte eine auf Alpen zugeschnittene Datengrundlage schaffen. Damit könne er Bürgern beratend und unterstützend zur Seite stehen. In diesem Zusammenhang komme auch das vor zehn Jahren erstellte Klimaschutzkonzept der Gemeinde auf den Prüfstand und solle, wo es nötig ist, nachgebessert werden.

Ein großes Thema im Kontext mit dem Klimaschutz sind naturgemäß erneuerbare Energien. Sie liefern bereits heute 60 Prozent der rund 50 Millionen Kilowattstunden Strom, die die Gemeinde jährlich benötigt. „Dabei führt an der Windenergie kein Weg vorbei“, sagt Alexander Piegenschke und untermauert das mit Fakten: „Ein Hektar Acker liefert Biogas für sieben Haushalte, bei Photovoltaik sind es 230 Haushalte und mit Windenergie können auf dieser Fläche 6000 Haushalte mit Energie versorgt werden.“

Dem Klima würden aber auch kleinere Projekte wie etwa eine Dachbegrünung oder die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach helfen. Mit Info-Veranstaltungen will Alpens neuer Klimaschutzmanager die Bevölkerung dafür sensibilisieren und motivieren: „Öffentlichkeitsarbeit ist mir sehr wichtig. Ich gehe auch zu den Leuten oder lade sie ein, wenn eine persönliche Beratung gewünscht wird.“

Darüber hinaus suche er den Kontakt zu Schulen, Kindergärten und Vereinen. Vor allem der Kontakt zur jüngeren Generation ist dem Xantener besonders wichtig. Es gelte das alte Prinzip: Hans fällt leicht, was Hänschen schon gelernt hat oder wie der Klimaschutzmanager es sagt: „Wer mit dem Fahrrad zur Schule fährt, steigt auch später eher mal aufs Rad als ins Auto.“

(erko)
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