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Alltagsmenschen in Rheinberg: Unbekannte protestieren gegen Ausgrenzung

Kunstausstellung in Rheinberg : Unbekannte nutzen „Alltagsmenschen“ für Protestaktion

Unbekannte kritisieren, dass die Kunstausstellung in Rheinberg nur weiße, ältere Menschen zeige und viele andere ausschließen würde. Deshalb haben sie Schilder an die Betonfiguren gehängt. In einem Schreiben kündigen sie weitere Aktionen an.

Unbekannte haben die „Alltagsmenschen“ in Rheinberg für einen politischen Protest genutzt. In der Nacht zu Samstag hängten sie Schilder an die Betonfiguren, auf denen zum Beispiel „Homeless Alltagsmenschen matter“ oder Handicapped Alltagsmenschen matter“ steht. Übersetzt bedeutet das so viel wie: Wohnungslose zählen und Menschen mit Behinderung zählen.

In einem Schreiben an die Redaktion bekannte sich eine Gruppe namens „Alletagewiderstand“ dazu. Ihre Aktion richte sich nicht gegen die Figuren der Künstlerin Christel Lechner, sie respektierten deren Arbeit und wollten sie nicht abwerten. „Dennoch spiegeln die ‚Alltagsmenschen’ nicht unseren Alltag wieder“, schreibt die Gruppe. Der „Stereotyp der weißen, alten, wohlgenährten“ Menschen schließe so viele Personen aus, die anders seien: Menschen mit einer anderen Hautfarbe, Menschen mit Behinderung, lesbische oder schwule Menschen, wohnungslose Menschen – „und alle, die sonst nicht dem Stereotyp entsprechen“. Auf sie wollten sie mit der Aktion aufmerksam machen. „Es ist okay, dass Frau Lechner nur den Menschen eine Plattform gibt, die für sie den Alltag verkörpern. Das ist ihre Sache“, schreibt die Gruppe. „Wir möchten nur darauf aufmerksam machen, dass es in Rheinberg auch andere Realitäten gibt.“

Es sei die erste Aktion von „Alletagewiderstand“. Weitere Aktionen seien geplant. Die Gruppe distanziert sich von Gewalt und Sachbeschädigung. Im Juni sind einen Tag vor Ausstellungseröffnung Figuren beschädigt worden.

(wer)