Blühwiese für Bienen Blumenpracht aus der Wundertüte

Hannelore und Georg Peisker in Millingen haben Cellosien statt Kartoffeln gepflanzt.

 Hannelore Peisker  ist begeister von der Pracht des Federbusches in ihrem Garten, der fast zwei Meter hoch gewachsen ist.

Hannelore Peisker  ist begeister von der Pracht des Federbusches in ihrem Garten, der fast zwei Meter hoch gewachsen ist.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Die Saat ist aufgegangen. Bis vor einem Jahr haben Hannelore (81) und Georg (89) Peisker hinter ihrem Häuschen an der Lessingstraße in Millingen noch Kartoffeln angepflanzt. Doch ihren Garten zu beackern, war den älteren Herrschaften ein wenig zu mühsam geworden. Deshalb waren die beiden auf den Gedanken gekommen, den Bienen was Gutes zu tun und auf der rund 25 Quadratmeter großen Fläche Blumen auszusäen. Also baten sie die Tochter, vom Discounter ein Tütchen Samen mitzubringen.

Die tat, wie ihr geheißen. Der Samen wurde ausgebracht. Und siehe da: Es war ein wahres Wundertütchen. Arglos hatte Hannelore Peisker die Samen verstreut, ohne einen blassen Schimmer davon, wie die Cellosien aussehen würden, wenn sie denn zur Blüte heranreifen. 30 bis 40 Zentimeter hoch sollte die Blume wachsen, habe auf der Tüte gestanden. Doch dieses Maß war offenbar weit untertrieben. Denn die Pflänzchen auf dem ehemaligen Kartoffelacker wuchsen sich aus, machten bei einem halben Meter noch lange nicht Schluss, kletterten ungebremst in den Himmel und kamen schließlich beim Gardemaß von knapp zwei Metern an.

Täglich haben die Peiskers hinterm Haus geschaut, was sich da tat. Hannelore und Georg Peisker konnten fast zusehen, wie die Blumen gediehen. „Wir haben gestaunt und dachten schon, dass das gar kein Ende nehmen würde“, sagt der 89-jährige Hausherr und lacht. Die wundersamen Zöglinge machen ihm und seiner Frau große Freude. Vor allem das satte Rot der Blüten hat es den Hobbygärtnern angetan. Der Federbusch, der mit lateinischem Namen Celosia argentea heißt, betört mit großen Blüten, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Federn haben.

Die Celosia stammt ursprünglich aus Afrika, Asien und Mittelamerika und bevorzugt sonnige bis mittelschattige Standorte. Sie gehört zur komplexen Familie der Fuchsschwanzgewächse und kommt weltweit in bis zu 60 verschiedenen Arten vor. Seine prachtvollen Blüten gibt es in besonders grellen, leuchtenden Farben, die den Federbusch zum beliebten Zimmerschmuck machen. Aber auch im Garten ist der Federbusch eine Attraktion, wie sie die Peiskers in Millingen gerade erleben. Sobald etwas Wind bläst, entsteht in seinen Blüten ein spannendes Spiel der Farben.

In Millingen ist die Saat – es muss sich um eine Outdoor-Variante handeln – voll aufgegangen. Der Kartoffelacker war offenkundig ein guter Nährboden. Nur den Winter mag der Brandschopf, wie er auch genannt wird, gar nicht, sagen Experten. Draußen habe man nur einen Sommer lang Vergnügen an der Pracht. Die Celosia verträgt keinen Frost – bereits ab Temperaturen unter fünf Grad Celsius gehe sie ein wie eine Priemel. Aber so weit ist es in Millingen noch nicht. Bis dahin erfreuen sich die Peiskers noch an ihrem groß gewachsenen Wunder. Und wer weiß: Vielleicht ist die Millinger Variante ja winterfest.

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