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Rheinberg: ABBA Gold - in der Stadthalle ganz nah am Original

Rheinberg : ABBA Gold - in der Stadthalle ganz nah am Original

"Eurovision Song Contest 1974. Der Sieger ist - die schwedische Gruppe ABBA", sagt eine Stimme aus dem Off. Spots an, und dann legen sie los. Mit "Waterloo" natürlich. Der Sound von "ABBA Gold - The Concert Show" stimmt, und vor allem die Sängerinnen, die Britinnen Kirsty Cameron und Kate Bassett, könnten tatsächlich als Agnetha und Anna-Frid durchgehen: die blonde Agnetha im schwarz-silbernen Glitzeranzug, die dunkle Anna-Frid im folkloristisch angehauchten Spitzenrock, beide auf schwindelerregend hohen Plateausohlen.

Zu Beginn will der Funke noch nicht recht überspringen bei den 590 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle, obwohl "Benny" - Adam Fletcher aus Manchester - sich alle Mühe gab, das Publikum zum Mitsingen zu bewegen. Vielleicht waren "Voulez Vous" und "Eagle" ein wenig zu langsam, um einzuheizen. Doch als dann "Fernando" angestimmt wurde, war es so weit: Ob acht oder 80 - die Rheinberger schalteten ihre Handy-Lampen an, winkten mit den Armen, und es hielt sie nichts mehr auf den Stühlen. "The Winner Takes It All", "Super Trooper" - der Saal rockte. Merle Simoneit ist zwar erst 19 Jahre alt, und ABBA hat sich bereits 1982 aufgelöst, doch Merle kennt jedes Stück und hat richtig Spaß.

Natürlich fehlt auch Gitarrist "Björn" nicht, in Rheinberg verbirgt sich dahinter Will Tierney aus London. Die Gruppe wird unterstützt von Schlagzeuger Sven Zumbrock aus Paderborn und Bassist Grischka Zepf aus Hannover. Die Besetzung ist allerdings nicht bei jedem Auftritt die gleiche, berichtet "Benny" Adam Fletcher der RP. Er selbst stieß 2015 zu der Truppe. Keiner von ihnen hat ABBA je auf der Bühne gesehen, nur Produzent Werner Leonard hat Björn Ulvaeus in Stockholm persönlich kennengelernt, erzählt Tierney. Die Gruppe hat sich unzählige Videos mit Live- und TV-Auftritten angesehen, um ABBA zum Verwechseln ähnlich zu werden, berichtet Will. Unter Musikern gilt die Musik von ABBA als schwer zu spielen: "Sie ist viel komplizierter als traditionelle Pop-Musik, sie hat mehr Akkorde, ist viel fantasiereicher", sagt er. Aber am schwersten sei es, auf den hohen Absätzen aufzutreten, fällt ihm Adam lachend ins Wort.

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Sie meistern die Hommage an die Schweden bravourös. Die Musik stimmt, die Bühnenshow vor allem der beiden Sängerinnen ist perfekt. Kirsty klingt ein wenig metallischer als einst Agnetha, doch wie gut sie singt, beweist sie, als die Gruppe "Thank You For The Music" und zwei weitere Stücke ohne Elektronik zum Besten gibt.

Nach 22 Songs und "Dancing Queen" sollte Schluss sein, doch die begeisterten Zuschauer trotzten der Band zwei Zugaben ab. Da hatten sich die Rheinberger richtig eingesungen und hätten liebend gern weitergemacht.

(evka)